ADB:Harries, Heinrich

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Artikel „Harries, Heinrich“ von Carsten Erich Carstens in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), S. 641, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Harries,_Heinrich&oldid=- (Version vom 18. Januar 2020, 21:09 Uhr UTC)
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Harries: Heinrich H. war geboren am 9. September 1762 in Flensburg und stammte aus einer angesehenen Kaufmannsfamilie. Er studirte Theologie und bestand das Amtsexamen 1786 mit dem ersten Charakter. Darnach hielt er sich als Candidat in seiner Vaterstadt auf und redigirte hier das Flensburger Wochenblatt bis er 1790 zum Pastor in Sieverstedt ernannt ward. 1794 ward er schon nach dem lieblichen Brügge (Amt Bordesholm) versetzt, wo er am 28. September 1802 verstorben ist. In der Theologie huldigte er dem in seiner Zeit herrschenden milderen Rationalismus. Er verfaßte ein „Weihnachtsbüchlein für die Jugend“, 1791, das viel in den Schulen gebraucht worden ist, auch ein Erbauungsbuch: „Der fromme Seefahrer“, 1792 (ins Dänische übersetzt von G. H. Overbeck cod. a.). Polemisch trat er auf in seiner Schrift: „Der holsteinische Apostel Joachim Heeschen. Nebst Allerlei über Christusverherrlichung etc.“, 1798. Insbesondere beschäftigte ihn indeß die Poesie. Er übersetzte Thomson’s „Jahreszeiten“ aus dem Englischen in deutsche Jamben und gab dieselben heraus mit einer Lebensbeschreibung und erklärenden Anmerkungen, 1796. Auch erschien von ihm „Collifischets oder auserlesene Silbenräthsel von St. Hilaire“, 1799. Nach seinem Tode gab Pastor G. Holst in Kiel seine Gedichte heraus mit Biographie und Bildniß, Altona 1804, 2 Bde. Er ist ein begabter Lyriker, bekannt geworden ist er insbesondere als der eigentliche und ursprüngliche Verfasser des Volksliedes „Heil dir im Siegerkranz“. Nämlich sein Vaterlandsgesang „Heil dir, dem liebenden Herrscher des Vaterlands, Heil, Christian, dir etc.“ ist von B. G. Schumacher (geb. 1755) überarbeitet, als preußischer Volksgesang allgemein verbreitet. Auch als Componist versuchte sich H.: „Der May, ein Hirtengesang von Ramler, in Musik gesetzt“, Altona 1793.

Vgl. außer der erwähnten Biographie: C. E. Carstens’ Schleswig-Holsteins Dichter in Biernatzky’s Landesberichten, 1846, S. 313. Hagen’s Germania, 9, 297. L. Frege, Zur Gesch. des preuß. Volksliedes, Berlin 1850 (nicht ganz correct). K. Goedeke, Grundriß, II. S. 1107.