ADB:Hermann I. (Bischof von Bamberg)

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Artikel „Hermann I., Bischof von Bamberg“ von Theodor Lindner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 123, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hermann_I._(Bischof_von_Bamberg)&oldid=- (Version vom 15. Oktober 2019, 06:44 Uhr UTC)
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Hermann I., Bischof von Bamberg, † am 25. Juni 1084. Seine Herkunft, sowie seine früheren Lebensumstände sind unbekannt; vielleicht stammte er aus Thüringen, da er dort begütert erscheint. Ob er mit dem Bamberger Dompropst Hermann, der seit 1058 mehrfach vorkommt, identisch ist, ist nicht sicher. Als Vicedominus der Mainzer Kirche machte er in den J. 1064 und 65 die große Pilgerfahrt deutscher Bischöfe nach dem heiligen Lande mit, und als Bischof Günther von Bamberg auf der Rückkehr am 23. Juli 1065 starb, bewarb sich H. sofort um dessen Sitz, den er auch erlangte. Wie unzweifelhaft feststeht, ebnete ihm Bestechung den Weg; daß aber der König (Heinrich IV.) persönlich von ihm Geld erhalten hat, ist nicht wahrscheinlich. Jedenfalls wandte dieser bald dem Bischofe seine volle Gunst zu. H. begegnet uns vielfach in des Königs Umgebung und erscheint in den J. 1069 und 1071 als Vorsteher des königlichen Hofes. Heinrich IV. selbst war wiederholt in Bamberg und gewährte dem Bischofe reiche Gnaden. Aber schon im J. 1070 wurde er mit Anno von Köln und Siegfried von Mainz nach Rom vorgeladen, um sich wegen der Erlangung seines Bisthums durch Simonie zu verantworten, doch glückte es ihm, durch Geld und vielleicht auch durch einen Reinigungseid die drohende Gefahr abzuwenden. Dem Könige, dem er auch in den sächsischen Wirren treu und thatkräftig zur Seite stand, blieb er lieb und werth. Wie viele Bischöfe damaliger Zeit, hatte H. große Zuneigung für die strenge Richtung, welche von Cluny aus das Mönchsthum ergriffen hatte, gefaßt. Unter seinem Einflusse wurde 1071 das berühmte Kloster Banz durch den Markgrafen Hermann gestiftet. Er selbst hatte außerhalb der Stadt Bamberg das Chorherrnstift des hl. Jakob begründet, später vertrieb er die Stiftsherren und setzte Mönche an deren Stelle. Durch diese Begünstigung der Mönche erbitterte er seine Domgeistlichkeit, welche sich nach Rom an Gregor VII. wandte und den Bischof anklagte, daß er seine Kirche verwüste, und wieder die Beschuldigung erhob, daß er durch Simonie auf den Stuhl gekommen sei; vergebens suchte Heinrich IV. das Domcapitel von dem Schritte abzuhalten. Der Papst nahm gern die Klage an und lud H. vor die Fastensynode 1075. Als er, sich in einem sonst sehr unterwürfig gehaltenen Schreiben mit Reichsgeschäften entschuldigend, nicht kam, wurde er für suspendirt erklärt, wenn er nicht vor Ostern Genugthuung leiste. Da sich gegen ihn bereits andere deutsche Bischöfe offen erklärt hatten, entschloß er sich nun nach Rom zu gehen. Aber als er in die Nähe der Stadt kam, erfuhr er, daß der dort anwesende Erzbischof von Mainz ihn unumwunden für der Simonie schuldig erklärt und der Papst über ihn Absetzung und Bann verhängt hatte. Doch bewog er seine Bamberger Begleiter, indem er ihnen versprach, freiwillig abzudanken und in ein Kloster zu gehen, daß sie mit ihm umkehrten, ohne das päpstliche Schreiben abzuwarten. In seinem Bisthum enthielt er sich zwar der geistlichen Amtshandlungen, zeigte aber sonst keine Lust, seine Würde niederzulegen und zählte auf die Stiftsvasallen, die er durch Schenkungen noch mehr an sich kettete. Aber selbst der König ließ ihn nun, da seine Schuld festgestellt war, fallen und der Papst schickte am 20. Juli 1075 den Bambergern das Schreiben, welches die Absetzung aussprach. So wich H. und trat als Mönch in das im Würzburger Sprengel gelegene Kloster Schwarzach, wo er starb, nachdem er vom Papste Verzeihung erlangt hatte.