ADB:Hesenthaler, Magnus

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Artikel „Hesenthaler, Magnus“ von Johann August Ritter von Eisenhart in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 271–272, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hesenthaler,_Magnus&oldid=- (Version vom 15. September 2019, 14:58 Uhr UTC)
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Hesenthaler: Magnus H. (so ist der Name in Hesenthaler’s Werken gedruckt, neuere Schriftsteller schreiben meist Hessenthaler), Professor der Politik und Beredtsamkeit, zugleich Geschichtschreiber, nach dem Todtenregister geboren im October 1621 zu Hochdorf, O. A. Waiblingen, wo sein Vater von 1616–26 als Pfarrer lebte, war Hofmeister des würtembergischen Prinzen Johann Friedrich im sogen. Fürstencollegium zu Tübingen, heirathete am 20. Februar 1655 die Wittwe des Expeditionsrathes Schickhardt, wurde 1656 an Stelle des hochbetagten Lansius, den er in einer gut geschriebenen Rede („Thomae Lansii cineres, seu oratio de vita ejus beatoque excessu“, 1657) verherrlichte, am genannten Collegium Professor der Geschichte, Politik und Beredtsamkeit, und lehrte zugleich an der Universität Moral; Anfangs December 1656 hielt er seine akademische Antrittsrede über die richtige Verbindung des Geschichtsstudiums mit jenem der Politik und Beredtsamkeit, welche Ansprache als wissenschaftliche Einleitung in seine Vorträge zu betrachten ist und Lehrenden wie Lernenden beherzigenswerthe Winke bietet. 1663 beauftragte ihn Herzog Eberhard III. Würtembergs Geschichte zu schreiben, und H. übersiedelte nun als Landeshistoriograph mit dem Titel eines Honorarprofessors nach Stuttgart. Hierzu mag ihn noch der weitere Umstand bewogen haben, daß seine Stellung in Tübingen erschüttert war, weil ihn der Verdacht unsittlichen Benehmens gegen seine Stieftochter in üble Nachrede gebracht hatte. Am 20. Juni 1663 nahm er vom Fürstencollegium feierlichen Abschied, und sprach hierbei „de patriae historiae eminentia“. In Stuttgart veröffentlichte er mehrere Werke; seine Landesgeschichte scheint indeß über einige Vorarbeiten nicht hinausgekommen zu sein, da von derselben nichts im Druck erschien, und das Stuttgarter Staatsarchiv von H. nur wenige Ausführungen über das würtembergische Wappen verwahrt. Nach dem Eintrage im Todtenbuche starb H. am 2. April 1681, wurde am 5. d. Mts. in der Hospitalkirche begraben, und erreichte ein Alter von 59 Jahren 6 Monaten. Kurz vor seinem Ableben hatte er noch zum Gedächtniß des Tübinger Juristen Wolfgang Adam Lauterbach eine kleine Schrift „Effigies Lauterbachiana, seu virtutum stricturae ex W. A. Lauterbachii etc. vita“, 1681 fol. herausgegeben. H. gehörte zu den einflußreichsten Lehrern des Collegiums; dessen schriftstellerische Leistungen sind von untergeordneter Bedeutung. Außer einigen Dissertationen hinterließ er: „Athleta politicus“, 1665. Eine praktische Unterweisung zu gelehrten Disputationen, welche in sechs Dekaden die wichtigsten Lehren des öffentlichen Rechtes (de imperantibus, de subditis, de imperii natura u. dgl.) untersucht. – „Suada octennis wirtemb. coll. illust. Tüb.“, 1666, 2 Thle. Eine Sammlung der während [272] seiner achtjährigen Lehrthätigkeit theils von ihm selbst, theils nach seinen Anleitungen und Entwürfen von den Schülern des Collegiums gehaltenen Reden. Unter Ersteren finden wir neben den erwähnten den „Panegyricus nuptialis“ auf Eberhard III. vom September 1656 und die „Oratio funebris“ auf Herzog Joh. Friedrich vom 12. November 1659; „Probestücke der Regiments- und Sittenlehre“, 1666; „Dion. Gotofredi historia univ. ex suo museo“, 1667. – H.’s geistliche Lieder sind in verschiedenen Gesangbüchern aufgenommen. Ein Theil „Evangelische Jubelstimmen“ wurde 1668 zu Amsterdam verlegt. Unter seinem v. Maurique gestochenen Bildnisse steht die Devise: fides testis vita.

Schütz, Ueber das coll. illustre in Tübingen, Tüb. Ztschr. (Jahrg. 1850), VI. 243. – Klüpfel, Gesch. d. Univers. Tübingen, 154. – J. J. Moser, Wirtemb. Biblioth., 4. Aufl., S. 12, 499. – Wetzell, Anal. hymn., II. 278; Derselbe, Hymnopoeographia I. 419.