ADB:Hoffmann, Johann (Theaterdirektor)

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Artikel „Hoffmann, Johann“ von Joseph Kürschner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 605, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hoffmann,_Johann_(Theaterdirektor)&oldid=- (Version vom 7. Dezember 2019, 16:31 Uhr UTC)
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Hoffmann: Johann H., Schauspieldirector und Sänger, geb. am 22. Mai 1802 (nach Andern 1805) zu Wien, gest. daselbst am 13. Septbr. 1865. Beamtensohn, schlug H. nach dem Besuch der Universität die Beamtencarrière ein und trat 1820 in städtische Dienste. 1826 verließ er sein Amt um einer Aufforderung des Hofoperndirectors L. Duport folgend, sich der Bühne zu widmen. Im Besitz einer schönen Stimme hatte er schon vorher Elsler’s musikalischen Unterricht genossen, machte aber doch vor seinem ersten Auftreten, das am 28. November 1826 als Klausner in Caraffa’s „Klausner am wüsten Berg“ auf dem k. k. Hofoperntheater erfolgte, Gesangsstudien bei Simoni, musikalische überhaupt bei Weigl, deklamatorische bei Anschütz und pantomimistische bei Reiberger. 1828 gastirte H. in Pesth und ging darauf im März nach Aachen, da die Wiener Hofoper aufgelöst worden war. Neben Tamino, Max, Othello, Cortez etc. gefiel besonders sein Licinius, der ihm eine Empfehlung der Milder-Hauptmann und dadurch einen Ruf nach Berlin verschaffte. Hier gehörte er der Hofoper von 1829 bis 1835 an und gastirte während dieser Zeit auch in Wien, Hamburg, Prag und Aachen. 1835 an die deutsche Oper nach Petersburg berufen, übernahm H. daselbst 1836 auch die Regie, 1838 verließ er Petersburg, wandte sich nach Riga zu Holtei, der ihm im Februar 1839 interimistisch die Direction übertrug, die H. im September 1839 auf eigene Rechnung übernahm und bis zum Jahre 1844 fortführte. Jetzt kehrte H. nach Deutschland zurück, gastirte an verschiedenen Orten und leitete von 1847 das Prager und von 1852 an mit L. Meck das Frankfurter Theater. 1855 kehrte H. in seine Vaterstadt zurück, erwarb dort das privilegirte Theater in der Josephstadt und erbaute 1856 das Thaliatheater hinter der Lerchenfelder Linie. Nicht vom Glück bei diesen letzten Unternehmungen begünstigt, verlor er dabei sein Vermögen. H. war im Uebrigen ein gewandter Director und ein ganz vortrefflicher, brauchbarer Tenorist. Besonders wird sein Vortrag Schubert’scher Lieder gerühmt. – Seit dem 30. Jan. 1830 war H. mit der tüchtigen Sängerin Katharina Krainz, gen. Greis vermählt, die geboren am 24. Februar 1809 zu Graz, erst im Theaterchor daselbst sang, dann von Cicimara ausgebildet, am 17. November 1826 mit der Titelrolle von Herold’s „Marie oder verborgene Liebe“ in Wien debütirte. 1828 in Aachen engagirt, kam sie 1829 an das Königstädtische Theater in Berlin und nach ihrer Verheirathung mit H., dem sie in der Folge sowohl zu Gastspielen wie in Engagements folgte, 1830 an die Berliner Hofoper. Sie starb am 4. Decbr. 1857 zu Frankfurt a. M. In Prag vermählte sich H. zum zweiten Male mit der Schauspielerin Marie Baumeister, die gegenwärtig der Bühne fern lebt.