ADB:Holder, Wilhelm

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Holder, Wilhelm“ von Julius August Wagenmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 727, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Holder,_Wilhelm&oldid=- (Version vom 20. Juni 2019, 15:41 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 12 (1880), S. 727 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Wilhelm Holder in der Wikipedia
GND-Nummer 116960469
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|12|727|727|Holder, Wilhelm|Julius August Wagenmann|ADB:Holder, Wilhelm}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116960469}}    

Holder: Wilhelm H., lutherischer Theologe des 16. Jahrhunderts, geb. zu Marbach im Herzogthum Württemberg 1542, † am 24. Juli 1609. Er durchlief die württembergischen Klosterschulen, studirte in Tübingen 1559 ff. unter J. Andreä, Heerbrand etc., wurde Magister und Repetent daselbst, 1566 Pfarrer in Derendingen, 1567 Stadtpfarrer in Laufen, 1570 Spitalpfarrer und Specialsuperintendent in Stuttgart, 1571 Consistorialrath und Stiftsprediger, 1595 Generalsuperintendent und Abt von Maulbronn, auch Assessor der württembergischen Landschaft. 1608 trat er wegen Verlust seines Gedächtnisses in Ruhestand und starb im folgenden Jahre. – Als eifriger Schüler und Anhänger des Concordienmannes Jakob Andreä betheiligte er sich mit großem Eifer an der Polemik gegen Katholicismus und Calvinismus. Schon der Titel seiner Schriften läßt auf die Art seiner Polemik schließen, die ihm aber auch wieder ebenso leidenschaftliche Erwiderungen und Angriffe von Seiten der Gegner, z. B. des Katholiken Pistorius, des Zürchers Hospinian etc. zuzog. Gegen die römische Kirche sind gerichtet: 1) „Mus exenteratus c. Pistorium“, unter dem Pseudonym Wilhelmus de Stuttgardia, eine satirische Abhandlung über die scholastische Frage von der Maus, die eine Hostie gefressen, Tübingen 1593. 2) „Bericht von zweien alten, vor Jahren gut katholischen, jetzo aber in den Jesuiter Kalender verworfenen Heiligen, dem h. Merito S. Congrui und S. Condigni“, Tübingen 1590. Dem Kampf gegen die Calvinisten dienen: 1) „Admonitio de Th. Bezae adv. Pappum libello“, mit Vorrede der Tübinger theologischen Facultät vom J. 1580. 2) „Candor Calvinianus s. Th. Bezae admonitio altera“, 1582. 3) „Cuculus Calvinianus s. de gratitudine et modestia Calviniana adv. J. J. Grynaei Apologiam“, 4) „Labyrinthi Sacramentarii prodromus“, 1586 gegen M. Beumler. 5) „Asinus avis s. metamorphosis nova“, 1587 gegen denselben. 6) „Ad Hieron. Zanchii virulenta convicia“, 1587 u. A.

Fecht, Suppl. hist. eccl., Durlach 1684, S. 145 ff.; Jöcher II. S. 1672; Witte, Diarium; Fischlin, Mem. theol. Wirtemb.; Frank, Gesch. der prot. Th., I. 320.