ADB:Jähncke, Johann David

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Jäncke, Johann David“ von Julius August Wagenmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 13 (1881), S. 697, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:J%C3%A4hncke,_Johann_David&oldid=- (Version vom 18. September 2019, 12:46 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Jan, Ludwig von
Band 13 (1881), S. 697 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Johann David Jäncke in der Wikipedia
GND-Nummer 100289398
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|13|697|697|Jäncke, Johann David|Julius August Wagenmann|ADB:Jähncke, Johann David}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=100289398}}    

Jäncke (Jähncke, Jänke): Johann David J., lutherischer Theolog und Litterat im 18. Jahrhundert, geb. am 9. März 1702 zu Ravenstein, † am 11. Juni 1752 zu Krakow in Pommern. – Nachdem er auf den Schulen zu Reetz und Stargard seine Vorbildung erhalten, studirte er Philosophie und Theologie in Halle, war insbesondere ein Schüler und Anhänger von Strähler[WS 1], dem früheren Schüler und späteren Gegner Christian Wolffs, betheiligt sich selbst am Kampf wider den Wolfianismus, edirt insbesondere unter dem Pseudonym Idirpius (d. h. J. D. Jäncke, Ravenst. Pomer.) des Jenenser Theologen Buddeus Bedenken gegen die Wolfische Philosophie ohne des Verfassers Erlaubniß und verwickelt sich dadurch in viel Streitigkeiten. 1727 ward er Conrector, 1737 Rector in Cöslin; aber auch hier veranlaßten ihn schließlich allerlei Widerwärtigkeiten und Streitigkeiten seine Stelle zu quittiren und einem Ruf als Diakonus nach Rügenwalde zu folgen. Nachdem er dort 1744 Archidiakonus geworden, wurde er 1747 wegen Streitsucht entlassen. Später erhielt er wieder eine Pfarrstelle in Krakow, wo er mit zahlreicher Familie und kleinem Gehalt in dürftigen Verhältnissen lebte bis zu seinem im 51. Lebensjahr erfolgten Tod. – Litterarisch war er sehr rührig, ohne jedoch ein größeres Werk zu Stande zu bringen: er verfaßte kleinere Schriften philosophischen, theologischen, historischen Inhalts (Streitschriften gegen die Wolfische Philosophie, über Dasein Gottes und Schöpfung aus Nichts, über den alten Glauben der Pommern, die Aufnahme der Augsburgischen Confession in Pommern), war Mitarbeiter an Jöcher’s Gelehrten-Lexikon etc.; insbesondere aber beabsichtigte er die Herausgabe einer Pommerschen Gelehrtengeschichte (Gelehrtes Pommerland, 1734, 4), wovon aber Nichts erschienen ist als ein Leben Joh. Bugenhagen’s, das nach des Verfassers Tod mit einer kurzen Lebensbeschreibung desselben aufs Neue herausgegeben wurde von J. C. Oelrichs zu Bützow (Rostock und Wismar 1757, 4). –

S. Jöcher-Adelung II, 2229; Oelrichs a. a. O.; Ludovici[WS 2], Gesch. der Wolf’schen Philos., Leipzig 1737, II, 20 ff.; Meusel, Lexikon VI, 220; H. Döring in der Allg. Encykl. Sect. II, 14, S. 321.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Daniel Strähler (1690–1750), deutscher Mathematiker und Philosoph.
  2. Carl Günther Ludovici (1707–1778), Professor der Weltweisheit in Leipzig. Vgl. den Artikel bei Zedler.