ADB:Jaquet, Agathon

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Artikel „Jaquet, Agathon“ von Christian Johnen in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 50 (1905), S. 631–632, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Jaquet,_Agathon&oldid=- (Version vom 15. November 2019, 12:59 Uhr UTC)
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Jaquet: Agathon J., Stenograph, geboren am 20. December 1803 zu Culm in Westpr., trat nach mehrjähriger Thätigkeit im Bureau eines Landbaumeisters und Landrathsamts in das Heer ein, besuchte die Brigadeschule in Königsberg, wurde in Koblenz Unterofficier und Feuerwerker und trat 1828 in das Bureau des Generalinspectors der Artillerie in Berlin ein. Im Jahre 1833 wurde er Secretär beim Kgl. Obermarstallamte und Registrator im Ministerium des Innern, erhielt später die Rendantur und wurde schließlich zum Geheimen Rath befördert.

Die Stenographie erlernte er 1841 bei Wilh. Stolze und wurde einer der ersten Propagandisten und Praktiker der Stolze’schen Schrift. Er verschaffte ihr den Eingang in die polytechnische Gesellschaft in Berlin und gründete daselbst am 24. Juni 1844 mit Kreßler den Stenographischen Verein, den ältesten Stenographenverein Deutschlands, dessen Vorsitzender er von [632] 1850–1852 war. Auch führte er die Stolze’sche Schrift in die Kammerpraxis ein, indem er im Winter 1844/45 mit Strahlendorff die Verhandlungen des rheinischen Landtages aufnahm und 1846 das Stenographenbureau für den Allgemeinen Landtag in Berlin bildete. Zwar wurde als Vorstand des letzteren bald der Gabelsbergeraner Wigard berufen, aber J. wurde wieder im J. 1848 mit der Leitung des Stenographenbureaus der preußischen Nationalversammlung und der Zweiten Kammer des Landtages betraut. Im J. 1850 schied er aus dem Bureau aus und Stolze trat an seine Stelle. Seitdem hat sich J. nicht mehr in führender Stellung an der stenographischen Bewegung betheiligt. Er starb am 19. December 1880 zu Berlin.

Archiv f. St. 1881, S. 33–36.