ADB:Karaiczay, Andreas Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Karaiczay de Wallje-Szaka, Andreas Graf“ von Karl Friedrich Hermann Albrecht in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 15 (1882), S. 117–118, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Karaiczay,_Andreas_Graf&oldid=- (Version vom 16. Oktober 2019, 07:31 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Karben, Victor von
Band 15 (1882), S. 117–118 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand März 2019, suchen)
GND-Nummer 137713444
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|15|117|118|Karaiczay de Wallje-Szaka, Andreas Graf|Karl Friedrich Hermann Albrecht|ADB:Karaiczay, Andreas Graf}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=137713444}}    

Karaiczay: Andreas Graf K. de Wallje-Szaka, österreichischer Feldmarschall-Lieutenant, Inhaber eines Chevauxlegers- und 2. Inhaber des Kronprinz Ferdinand-Kürassier-Regiments, geb. am 30. Novbr. 1744 zu Kostainitza in der kroatisch-slavonischen Militärgrenze, † zu Wiener Neustadt am 28. März 1808, aus altadeliger ungarischer Familie, 1775 in den Freiherren-, 1798 in den Grafenstand erhoben. Trat gegen das Ende des siebenjährigen Krieges als Fähnrich in ein Freicorps, erlangte seine Ausbildung in der ungar. Nobelgarde und war im Chevauxlegers-Regiment Levenehr bis zum Obersten vorgerückt, als der Türkenkrieg ihm Gelegenheit bot, seine militärischen Tugenden auch auf dem Schlachtfelde rühmlichst zu bethätigen. Am 19. April 1789 schlug er bei Walesaka (Valea seaca) und Faraoni mit 6 Eskadronen, 6 Compagnien und 4 Kanonen ein türkisches Corps von 5000 Reitern und nahm hierauf an den Gefechten bei Chotim, an der Belagerung dieser Festung, sowie an den Schlachten bei Fokschan (am 1. August) und Martinestje (am 22. Septbr. 1789) den thätigsten Antheil, durch welche glänzenden Waffenthaten er sich den Militär-Maria-Theresien-Orden, die Beförderung zum Generalmajor und die auszeichnende Anerkennung der verbündeten Kaiserin Katharina von Rußland erwarb. Im Kriege der ersten Coalition gegen Frankreich befand sich K. bei der Armee am Rhein, wo er im Feldzuge 1794 in den Gefechten bei Schwegenheim, Schifferstadt, Kaiserslautern, Frankenthal, Mannheim, Weingarten, Epstein und Hochspeier seinen alten Ruf bewährte. Wegen geschwächter Gesundheit in den Ruhestand versetzt, lebte er zurückgezogen in Lemberg und Pest, bis er 1799 auf besondere Bitte Suworow’s, der schon im Türkenkriege seine Fähigkeiten erkannt hatte, zur Armee in Italien berufen ward. Für die Verdienste, die er sich in den Schlachten an der Trebbia (17. bis 19. Juni), Novi (15. August 1799) und bei der Belagerung von Alessandria und Bosco erworben, wurde er zum Feldmarschall-Lieutenant befördert. Nach dem Abmarsche der Russen in die Schweiz bestand er noch mehrere glückliche Gefechte gegen die Franzosen und erhielt im December das Commando über die wichtige Festung Cuneo, wurde aber schon im Frühjahr 1800 auf den Vorschlag des Feldzeugmeisters Kray zur Armee in Deutschland übersetzt, bei welcher er während der Schlacht bei Engen (3. Mai) eintraf und sogleich die Aufgabe erhielt, die weichende Reiterei zu sammeln und wieder vorzuführen. Bei dieser Gelegenheit schwer verwundet, zog er sich bald vom Dienste zurück und erlag 1808 seinen schmerzhaften Leiden. – Unerschrockenheit, Gleichmuth, ein [118] sicherer Blick und schnelle Auffassung zeichneten ihn als Führer aus und erwarben ihm das blinde Vertrauen der Truppe. Andererseits zog er sich durch seine Strenge gegen höhere Officiere, seine Redlichkeit und Geradheit, ohne Schonung persönlicher Verhältnisse, manche Feinde zu, welche die Verleihung des ihm wiederholt zugedachten Wirkungskreises zu vereiteln wußten.

Hirtenfeld, Der Mil. Maria-Theresia-Orden und seine Mitglieder, Wien 1857; Rittersberg, Biogr. der ausgezeichnetsten verstorbenen und lebenden Feldherren der k. k. österr. Armee, aus der Epoche 1788–1821. Verglichen und berichtigt nach den authentischen Quellen des k. k. Kriegs-Archivs.