ADB:Kellerthaler

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Kellerthaler“ von Carl Clauß in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 15 (1882), S. 585–586, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kellerthaler&oldid=- (Version vom 14. Juli 2020, 04:52 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Kellermann, Georg
Band 15 (1882), S. 585–586 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg OFF in der Wikipedia
GND-Nummer 138951365
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|15|585|586|Kellerthaler|Carl Clauß|ADB:Kellerthaler}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=138951365}}    

Kellerthaler, zuweilen früher irrthümlich auch Kellerdahler oder Kellerdaller geschrieben, ist der Name einer Dresdner Künstlerfamilie, deren Glieder als Goldschmiede und Kupferstecher namentlich die sogenannte Punzenarbeit geübt haben und durch solche bekannt geworden sind.

Johann oder Hans K., nach Huber 1530 in Dresden geboren, ist der Aelteste der Familie. Im Besitze des Magistrats der Stadt Wittenberg befinden sich von ihm zwei vergoldete Kupferplatten mit den gepunzten Bildnissen Johann Friedrichs, Herzogs zu Sachsen vom J. 1555 und Martin Luther’s vom J. 1549. Ob der von Johann K. vorhandene Stich mit dem Bildniß Luther’s ein Abdruck von jener Platte ist, muß dahingestellt bleiben. Außerdem werden noch zwei, ebenfalls in Punzenmanier ausgeführte Blätter mit den Porträts des Herzogs Moritz von Sachsen und des Kaisers Karl V. ihm zugeschrieben.

Christoph K., † 1612, ist vielleicht ein Bruder des Vorigen. Er hatte drei Söhne:

Daniel K., geb. um 1574, † um 1655, ist der bekannteste Künstler seines Namens. In Dresden findet man noch treffliche Arbeiten von ihm. Die dortige evangelische Hofkirche und das königliche Grüne Gewölbe besitzen schöne, von seiner Hand in vergoldetem Silber getriebene Taufbecken mit Kannen; letztere Sammlung außerdem noch einige silberne Platten mit getriebenen bildlichen Darstellungen. Auch werden im königlichen Kupferstichcabinet daselbst eine Reihe, in den Jahren 1613–1654 ausgeführter, gepunzter und vergoldeter Kupferplatten aufbewahrt, welche Punzarbeiten nicht blos für den Abdruck bestimmt waren, sondern auch den Zweck als Zimmerschmuck, Votivtafeln etc. hatten.

Christoph K., der zweite Sohn des oben genannten, gleichnamigen Künstlers, war ebenfalls als Goldschmied in Dresden thätig; doch lassen sich ihm keine Arbeiten mehr nachweisen.

[586] Johann oder Hans K., der dritte Sohn, soll um 1620 in jungen Jahren gestorben sein. Er wird nicht nur als Goldschmied und Kupferstecher, sondern auch als Maler genannt. Als Maler scheint er keine Spuren seiner Wirksamkeit hinterlassen zu haben. Als Goldschmied kennen wir ihn durch einen kleinen Hausaltar aus dem Jahre 1608, welcher mit in Silber getriebenen biblischen Darstellungen geschmückt ist. Noch gibt es Kupferstiche mit dem Namen: Johann Kellerthaler, theils nach den eigenen Zeichnungen des Stechers, theils nach Kaltemark, Diericz und Nosseni, welche Stiche wahrscheinlich von der Hand unseres Künstlers sind, da sie einer Zeit angehören, in welcher der ältere Johann K., dem sie ebenfalls zuweilen zugeschrieben werden, kaum noch thätig gewesen sein dürfte. Das Buch Nosseni’s, zu welchem K. die Stiche geliefert, erschien u. A. erst zu Anfang des 17. Jahrhunderts.

Friedrich K., ein Sohn des jüngeren Johann K., arbeitete ebenfalls in Dresden als Goldschmied; doch ist er weiter nicht bekannt geworden.

Gebhard, Beiträge zur Geschichte der Künste in Sachsen. Heineken, Dictionnaire des artistes (Manuscr.). Nagler, Die Monogrammisten.