ADB:Kirchhofer, Melchior

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Kirchhofer, Melchior“ von Paul Tschackert in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 16 (1882), S. 11, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kirchhofer,_Melchior&oldid=- (Version vom 23. April 2019, 20:48 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 16 (1882), S. 11 (Quelle).
Wikisource-logo.png Melchior Kirchhofer bei Wikisource
Wikipedia-logo-v2.svg Melchior Kirchhofer in der Wikipedia
GND-Nummer 118842528
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|16|11|11|Kirchhofer, Melchior|Paul Tschackert|ADB:Kirchhofer, Melchior}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=118842528}}    

Kirchhofer: Melchior K., evangelisch-reformirter Geistlicher in der Schweiz, als Kirchenhistoriker ausgezeichnet. Er stammte aus Schaffhausen, wo er am 3. Januar 1775 geboren wurde. Seine Universitätsbildung erhielt er in Marburg, wo er sich besonders unter Münscher’s Einfluß kirchenhistorischen Studien hingab. Diesen blieb er auch in seinen verschiedenen Stellungen als praktischer Geistlicher treu. Als solcher war er von 1790 an in der Schweiz thätig und zwar von 1808 bis zu seinem Tode 1853 (13. Februar) als Pfarrer zu Stein am Rhein im Canton Schaffhausen. Zuletzt war er zugleich Kirchenrath. In seiner Amtswirksamkeit hat sich K., wie Böschenstein’s Leichenrede (Schaffhausen 1853) mittheilt, die Liebe seiner Gemeinde erworben. Seine wissenschaftlichen Arbeiten sind noch heute werthvoll; sie erstrecken sich sämmtlich auf das Gebiet der schweizerischen Reformationsgeschichte, deren Kenntniß er durch eine Reihe trefflicher Monographien bereichert hat. Seine Schreibart ist einfach, aber eindringlich; als alter Schweizer von echtem Schrot und Korn liebte er keine Phrasen. Die Marburger theologische Facultät ehrte seine gründliche wissenschaftliche Arbeit, indem sie ihn 1840 als reformatae causae vindicem sincerum zum Doctor der Theologie hon. causa promovirte. Als Student einst von Lavater in das Haus Jung-Stilling’s nach Marburg empfohlen und dort freundlich aufgenommen, hat er die dadurch empfangene religiöse Anregung trotz des Rationalismus seines Lehrers Münscher nie vergessen. – Seine Werke: „Sebastian Wagner, gen. Hofmeister“ († 1533, ein schweizerischer Reformator zweiten Ranges, Pfarrer zu Zofingen), 1810. – „Oswald Myconius“, 1813. – „Werner Steiner“, 1818. – „Berthold Haller“, 1828. – „Wilhelm Farel“, 1831. – „Schaffhauserische Jahrbücher 1519–1529 oder Geschichte der Reformation der Stadt und Landschaft Schaffhausen“, ed. II. 1838.

Vgl. Böschenstein, Leichenrede auf Kirchhofer, 1853. – Hagenbach’s Artikel in Herzog’s Realencyklopädie, 2. Aufl., Bd. VIII, S. 19.