ADB:Kleist, Franz Ulrich von

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Artikel „Kleist, Franz Ulrich von“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 16 (1882), S. 122–123, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kleist,_Franz_Ulrich_von&oldid=2500007 (Version vom 23. Januar 2018, 23:44 Uhr UTC)
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Kleist: Franz Ulrich v. K., preußischer Generallieutenant, am 2. Febr. 1688 zu Kowalk im Kreise Belgard geboren, trat 1702 als Fahnenjunker beim [123] Infanterieregiment Grumbkow in preußische Kriegsdienste, vertauschte diese im spanischen Erbfolgekriege, an welchem er während dessen ganzer Dauer Theil nahm, mit pfälzischen und kehrte 1716, nachdem er hier nach Friedensschluß, weil er der evangelischen Kirche angehörte, entlassen war, in die seines Heimathlandes zurück. Um ihm Gelegenheit zu fernerer Ausbildung im Waffenhandwerke zu geben, sandte ihn Friedrich Wilhelm I. in Begleitung von 12 anderen Offizieren nach Corsica, wo er im J. 1729 an den Kämpfen der Republik Genua gegen die aufständischen Landeseinwohner Theil nahm. Kurz vor des Königs Tode zum Commandeur des Regiments Röder ernannt, führte er dieses 1740 nach Schlesien ins Feld, wurde für Auszeichnung bei Czaslau Oberst, wohnte 1744 mit demselben Regiment, jetzt Schlichting genannt, der Einnahme von Prag bei, war im Winter 1744/45 bei der Vertreibung der Oesterreicher aus Oberschlesien, im Frühjahr 1745 bei ihrem Herausdrängen aus der Grafschaft Glatz, focht bei Hohenfriedberg und ward für sein Verhalten bei Soor Generalmajor. 1747 zum Chef eines Infanterieregiments, 1756 zum Generallieutenant ernannt, commandirte er bei Lowositz eine im Centrum verwendete Brigade, deren Leistungen König Friedrich II. durch öffentliche Anerkennung und durch Verleihung des Schwarzen Adlerordens an K. würdigte. Eine hier erhaltene Wunde, deren ungeachtet er bis zu Ende der Schlacht zu Pferde geblieben war, führte ihn auf das Krankenlager, auf welchem er am 13. Januar 1757 zu Dresden seinen Geist aufgab.

Pauli, Leben großer Helden, I, 2. Aufl. Halle 1759.