ADB:Kopp, Johann Heinrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Kopp, Johann Heinrich“ von August Hirsch in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 16 (1882), S. 682–683, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kopp,_Johann_Heinrich&oldid=- (Version vom 20. Juni 2019, 15:46 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Kopp, Johann Adam
Nächster>>>
Kopp, Joseph
Band 16 (1882), S. 682–683 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Johann Heinrich Kopp in der Wikipedia
GND-Nummer 100197000
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|16|682|683|Kopp, Johann Heinrich|August Hirsch|ADB:Kopp, Johann Heinrich}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=100197000}}    

Kopp: Johann Heinrich K., Arzt, ist den 17. Sept. 1777 in Hanau geboren. Nach Beendigung seiner medicinischen Studien auf den Universitäten zu Rinteln, Marburg und zuletzt in Jena, wo er im J. 1800 nach Vertheidigung seiner Inauguraldissertation „De causis combustionis spontaneae in [683] corpore humano factae“ (ein Gegenstand, für welchen sich K. besonders lebhaft interessirt und den er später noch in einem Journalartikel in Piepenbring’s Archiv für Pharmacie, 1804, III. 46 und in einer Monographie „Ausführliche Darstellung und Untersuchung der Selbstverbrennungen des menschlichen Körpers etc.“, 1812, bearbeitet hat), die medicinische Doctorwürde erlangte, und nach kürzerem Aufenthalte in Bamberg und Würzburg, habilitirte er sich 1801 als Arzt in Rödelheim (bei Frankfurt. a. M.), siedelte aber noch in demselben Jahre nach seiner Vaterstadt über. - Hier wurde er 1802 zum Landphysicus des Amtes Schwarzenfels, 1807 zum Professor der Chemie, Physik und Naturgeschichte am Lyceum in Hanau, 1813 zum Medicinalrath, 1814 zum Mitglied der medicinischen Deputation und Arzt am Hospitale in der Altstadt, 1815 zum Hofrathe und später zum geheimen Medicinalrathe und zum Leibarzt des Kurfürsten von Hessen ernannt. – K. hat sich mit seiner umfangreichen litterarischen Thätigkeit auf den verschiedensten Gebieten der Heilkunde bewegt; am geschätztesten sind seine Arbeiten zur gerichtlichen Medicin, welche er vorzugsweise in dem von ihm herausgegebenen „Jahrbuche der Staatsarzeneikunde“, 11 Jahrgänge, 1808 bis 1820 niedergelegt hat. – Außer zahlreichen, in verschiedenen medicinischen Zeitschriften (Horn’s Archiv für Medicin, Hufeland’s Journal der Heilkunde u. a.) veröffentlichten Journalartikeln hat er eine „Medicinische Topographie der Stadt Hanau etc.“, 1807, ferner „Beobachtungen im Gebiete der ausübenden Heilkunde“, 1821, sodann „Aerztliche Bemerkungen, veranlaßt durch eine Reise in Deutschland und Frankreich etc.“, 1825 und fünf Bände „Denkwürdigkeiten in der ärztlichen Praxis“, 1830-45, veröffentlicht. – In dem zweiten Bande der zuletzt genannten Sammelschrift (1832) hat K. sein Glaubensbekenntniß über die Homöopathie niedergelegt, der dieser so erfahrene und einsichtsvolle, schon im gereiften Alter stehende Mann zum Opfer gefallen ist. Fern davon, sämmtliche Absurditäten der Hahnemann’schen Lehre gutzuheißen, glaubt er sich mit der „specifischen Heilmethode“ und den kleinen Dosen im Principe doch einverstanden erklären zu müssen; übrigens geht aus seinen späteren Schriften hervor, daß er die homöopathische Methode keineswegs als die allein seligmachende zur Geltung zu bringen sich veranlaßt gesehen hat. - K. ist im Jahre 1858 gestorben.

Ein Verzeichniß seiner Schriften findet sich in Callisen, Med. Schriftstellerlexikon, X. 333, XXIX. 317, und in Engelmann, Bibliotheca med.-chir. 1848, 398.