ADB:Löffler, Jacob

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Artikel „Löffler, Jacob“ von Otto von Alberti in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 19 (1884), S. 105–106, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:L%C3%B6ffler,_Jacob&oldid=- (Version vom 19. Juli 2019, 06:58 Uhr UTC)
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Löffler: Jacob L., am 25. Juli 1583 zu Löchgau (jetzt württembergischen Oberamts Besigheim), wo sein Vater speirischer Rentmeister war, geboren, studirte in Tübingen die Rechte, deren Doctor er 1603 wurde, bereiste sodann als Hofmeister junger Edelleute Italien, Frankreich und Spanien. Nachdem er im Reichskammergericht zu Speier als Sachwalter fungirt hatte, berief ihn Herzog Friedrich[1] von Württemberg in seine Dienste und beförderte ihn in rascher Folge zum Rath, Vicekanzler, dann Kanzler von Mömpelgart, 1625 zum Vicekanzler von Württemberg, als welcher er zu einer Reihe schwieriger, zumeist undankbarer Staatsgeschäfte verwendet wurde. Zunächst (1627) war er thätig bei dem vergeblichen Versuch des Herzogs, den Kaiser mit dem Kurfürsten von der Pfalz zu versöhnen, dann an den Höfen zu Dresden und Darmstadt in dem Streit der württembergischen und Gießener Theologen, in Wien im Interesse der, durch den Bischof von Constanz und einige schwäbische Aebte gefährdeten, Erhaltung der von Württemberg in Besitz genommenen Klostergüter. Weiterhin vertrat er Württemberg bei der Zusammenkunft in Leipzig (1631) und auf dem „Compositionstag“ zu Frankfurt, wo Unterhandlungen mit den Katholiken eröffnet wurden. Als das siegreiche Vordringen Gustav Adolfs eine raschere Auseinandersetzung der Parteien erwarten ließ, wurde L. zum König gesandt, der den erfahrenen Staatsmann in ihm erkennend, von dem Vormünder Herzog Julius Friedrich ihn in seine Dienste erbat, und ihn zum schwedischen Vicekanzler ernannte. L. blieb daneben in württembergischen Diensten, wurde 1632 Kanzler und erhielt das Rittergut Neidlingen. Nach Gustav Adolfs Tode Mitglied des unter Leitung Oxenstierna’s niedergesetzten consilium formatum wurde er, um Frankreich zum Anschluß an den Heilbronner Bund zu bewegen, nach Paris gesandt. Diese und eine zweite nach der Schlacht bei Nördlingen nach Paris unternommene Reise (bei welch letzterer er seinem Landesherrn Eberhard III. [106] die Oberbefehlshaberstelle der Festung Philippsburg und das Versprechen eines Hülfsheeres von 12000 Mann erwirkte) hatten zwar den Erfolg, daß Frankreich sich zum Bündniß mit Schweden herbeiließ, aber die Einwilligung Löffler’s in die bedingungslose Uebergabe der Stadt Benfeld an die Franzosen bewirkte seine Entlassung aus dem schwedischen Dienst. Seine letzten Lebensjahre waren von schweren Sorgen bedrängt. Nachdem er (im November 1634) zu Frankfurt vergeblich versucht hatte, die Wiedereinsetzung seines Landesherrn zu betreiben, wurde er von Oesterreich, das auf Grund eines aufgefangenen Protokolls des consilium formatum einen gefährlichen Gegner in ihm sah, verfolgt; es zog seine Güter ein und forderte vom Frankfurter Rath seine Auslieferung. Schweden versagte seine Aufnahme, worauf er nach Basel floh und daselbst am 30. April 1638 sein bewegtes Leben schloß.

Sattler, Geschichte der Herzoge, Thl. VI u. VII. Pfaff, Geschichte Wirtenbergs, dessen wirtenbergischer Plutarch u. württembergisches Gedenkbuch.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 105. Z. 21 v. u. l.: Johann Friedrich (statt Friedrich). [Bd. 26, S. 829]