ADB:Löwe, Joel

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Löwe, Joel“ von Adolf Brüll in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 19 (1884), S. 297, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:L%C3%B6we,_Joel&oldid=- (Version vom 18. Juli 2019, 12:10 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Löw, Johann Adam
Nächster>>>
Löwe
Band 19 (1884), S. 297 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Oktober 2013, suchen)
GND-Nummer 117165859
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|19|297|297|Löwe, Joel|Adolf Brüll|ADB:Löwe, Joel}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=117165859}}    

Löwe: Joel L., Exeget und Hebraist, † am 11. Februar 1802 in Breslau. In seinen hebräischen Schriften nennt er sich J. Bril (d. i. Ben R. J. L.) nach seinem Vater Jehuda Löb, nach dessen Beinamen er den Familiennamen Löwe annahm. L. war das Kind armer Eltern, die er frühzeitig verloren zu haben scheint, denn als neunjähriger Knabe wurde er von einem wohlthätigen Manne adoptirt, in dessen Hause er in Wohlstand erzogen wurde und eine sorgfältige Erziehung genoß. In seinem 20. Lebensjahre scheint er nach Berlin gekommen zu sein, wo der Vielschreiber Isak Satanov sein Lehrer wurde. Dort lernte er Moses Mendelssohn kennen, zu dessen Freunden und Bewunderern er gehörte und wurde Erzieher im Hause David Friedländer’s. In engem Freundschaftsbunde blieb er stets mit seinem Jugendgenossen Isak Euchel, dessen Erstlingswerk, eine in hebräischer Sprache verfaßte ausführliche Biographie Mendelssohn’s, ein Widmungsschreiben an ihn enthält. Sein Leben beschloß er als erster Oberlehrer an der jüdischen Wilhelmsschule in Breslau. Außer vielen Gedichten und Aufsätzen in der jüdischen Zeitschrift Hameassef, deren Mitredacteur er war, hat er auch Commentare zu mehreren biblischen Schriften veröffentlicht, die im Geschmacke der Mendelssohn’schen Schule gehalten sind. Sein Hauptwerk ist der an die Mendelssohn’sche Uebersetzung sich anschließende Commentar zu den Psalmen, dessen umfassende Einleitung auch eine Geschichte der biblischen Poesie darbietet. Der Plan eines vollständigen Lehrgebäudes der hebräischen Sprache ist nicht zur Ausführung gekommen und auch von dem Werke „Elemente der ibrischen Sprache“ blos der erste Theil erschienen (1794). Seine sonstigen Schriften mit Ausnahme einzelner Arbeiten in Eichhorn’s Allg. Bibl. d. biblischen Litteratur sind bedeutungslos.

Ueber seine Schriften s. Fürst, Bibliotheca judaica II, 268.