ADB:Löw, Johann Adam

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Artikel „Löw, Johann Adam“ von Albert Schumann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 19 (1884), S. 296–297, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:L%C3%B6w,_Johann_Adam&oldid=- (Version vom 21. Juli 2019, 07:24 Uhr UTC)
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Löw: Johann Adam L., evangelischer Theolog, geb. den 25. Septbr. 1710 zu Großneuhausen in Thüringen, war der Sohn eines reichsgräflich Werthern’schen Lehnsdirectors und Amtmanns und besuchte seit dem 14. Altersjahre die kursächsische Landesschule Pforta, wo er sich durch besondere Gewandtheit in der Anfertigung lateinischer Verse auszeichnete, so daß zwei in den Jahren 1728 und 1729 entstandene Gedichte – das eine feierte den Besuch des bekannten Historikers Grafen Heinrich v. Bünau in Pforta – der Ehre der Veröffentlichung gewürdigt und auf Kosten der Schule gedruckt wurden. In Leipzig, wohin er sich 1730 begab, widmete er sich neben der Theologie auch noch der Mathematik, Philosophie und Beredtsamkeit. In den beiden letzten Fächern war Gottsched sein Lehrer. Vier Reden, welche er 1731–33 unter dessen Leitung gehalten hat, finden sich abgedruckt in den „Proben der Beredsamkeit welche in einer Gesellschaft guter Freunde unter der Aufsicht Sr. Hochedl. Prof. Gottsched’s sind abgelegt worden“ (Leipzig 1738). Zunächst gedachte L. die akademische Laufbahn einzuschlagen: er übernahm 1733 die Stelle eines sogen. Respondenten und erwarb sich 1734 den Magistergrad; aber schon im letzten Jahre berief ihn der Reichsgraf v. Werthern als Pfarrer nach Eythra und Bösdorf bei Leipzig; sechs Jahre später kam er als Archidiaconus nach Weißenfels und 1745 als Oberconsistorialrath und Generalsuperintendent nach Gotha. Hier wirkte er fortan bis zu seinem Tode am 19. Januar 1773 in vielfach anregender Weise und in mildem und versöhnlichem Geiste, als Kanzelredner wie als Mensch allgemein geschätzt. Zwei Berufungen von auswärts: als Generalsuperintendent nach Weimar und als Hauptpastor nach Hamburg lehnte er ab, ebenso aber auch ein Anerbieten des Grafen Ludwig v. Zinzendorf, der ihm die Direction der Brüdergemeinden von evangelisch-lutherischem Tropus anzuvertrauen wünschte. Den in dieser Angelegenheit geführten Briefwechsel hat Geißler der unten angeführten Gedächtnißschrift als Anhang beigefügt. – Als Protephorus des Gymnasiums bestrebte er sich, der in Verfall gerathenen Anstalt zu neuem Ansehen zu verhelfen. Theils allein, theils als Mitglied einer Untersuchungscommmission war er bemüht, die ungenügende Lehrweise und die mangelhafte Disciplin zu verbessern, und empfahl, als alle Bemühungen fruchtlos blieben, die Ersetzung des damaligen altersschwachen und bequemen Rectors durch einen jugendfrischen und thatkräftigen Gelehrten. Als die Regierung nach längerem Zögern endlich auf diesen Vorschlag einging, hatte L. die Freude, den von Ernesti in Leipzig [297] empfohlenen J. G. Geißler (s. Bd. VIII. S. 528) am 19. Septbr. 1768 in sein neues Amt einführen zu können und das gothaische Gymnasium unter dessen Leitung von neuem aufblühen zu sehen. – Was die schriftstellerische Thätigkeit Löw’s betrifft, so ist außer den oben genannten Gedichten und Reden Folgendes von ihm veröffentlicht worden: „Die ganze Religion Jesu“ (1757); „Neue Sammlung gründlicher und erbaulicher Kanzel-Andachten über die Evangelien und Episteln des ganzen Jahres“ (15 Thle., 1754–68); „Sammlung von Predigten über alle Sonn- und Festtags-Evangelia des ganzen Jahres“ (1759), sodann 40 einzelne Predigten, die, in den Jahren 1745–1772 gedruckt, 1773 zur Hälfte in einem Bande unter dem Titel: „Einzelne Predigten. Erste Sammlung“ von neuem aufgelegt wurden. Auch gab er 1743 des zwei Jahre zuvor gestorbenen Propstes J. G. Reinbeck „Kleine Schriften“ heraus, denen er eine Lobrede auf den Verfasser beifügte.

J. G. Geißler, Das Andenken des weyland … Hrn. Joh. Adam Löw. Gotha 1754. – Acta histor.-ecclesiastica nostri temporis. 2. Bd. 12. Thl. Weimar 1775. S. 546–562. – Meusel, Lexikon. 8. Bd. (1808.) S. 333 f. – Chr. Ferd. Schulze, Gesch. d. Gymnasiums zu Gotha, Gotha 1824. S. 246 bis 247, 249, 252. 263.