ADB:Lampi, Johann Baptist

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Artikel „Lampi, Johann Baptist v.“ von Karl Weiß in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), S. 580–581, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Lampi,_Johann_Baptist&oldid=- (Version vom 24. Juni 2019, 09:15 Uhr UTC)
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Lampi: Johann Baptist Ritter v. L., Maler, geb. zu Romeno in Nonsberge in Tirol am 31. December 1751, † zu Wien am 11. Februar 1830, kam nach erhaltenem ersten Unterricht bei seinem Vater, einem Dorfmaler, im J. 1768 nach Salzburg, wo er unter der Leitung Unterberger’s seine höhere Ausbildung in der Malerkunst erhielt. Im J. 1771 reiste L. nach Verona und [581] arbeitete dort bei F. Lorenzi, einem Schüler Tiepolo’s, mit solchem Erfolge als Historienmaler, daß ihn die dortige Akademie zum Mitgliede ernannt hatte. Nach wenigen Jahren kehrte er in seine Heimath zurück und ließ sich in Trient nieder. Eine Reihe von Altarblättern und anderen historischen Gemälden, insbesondere aber mehrere ausgezeichnete Porträts begründeten seinen Namen in weiteren Kreisen. Er malte in Klagenfurt das Bild der Erzherzogin Maria Anna, in Innsbruck die Porträts der Erzherzogin Elisabeth, der Grafen Enzenberg, Auersperg etc., welche durch ihre geistvolle Auffassung und ihr warmes Colorit solches Aufsehen machten, daß er im J. 1783 eine Einladung erhielt nach Wien zu kommen. Porträts hervorragender Persönlichkeiten lenkten die Aufmerksamkeit des Kaisers Josef II. auf den Künstler und bestimmten ersteren im J. 1786 den Künstler zum Professor und Rath der Akademie zu ernennen. Schon ein Jahr später berief ihn König Stanislaus von Polen nach Warschau, wo er den König und dessen Familie malte. Von hier begab er sich an den kaiserlich russischen Hof, wo er das lebensgroße Bildniß der Kaiserin Katharina so glänzend ausführte, daß ihm die Kaiserin dafür ein Geschenk von 12 000 Rubel machte. In den dortigen Kunstkreisen gefeiert und mit Geld und Ehren überhäuft, trennte sich L. nur schwer aus Petersburg und bewahrte seinem dortigen Aufenthalte stets ein dankbares Andenken. Bei seiner Rückkehr nach Wien im J. 1798 erwarteten ihn zahlreiche neue Aufträge. Er wurde in demselben Jahre in den Ritterstand erhoben und im J. 1799 von der Stadt zum Ehrenbürger ernannt. Wiewol L. auch historische Gemälde ausführte, blieb seine Hauptbeschäftigung das Porträtfach, worin er seinen Ruhm begründete. Wahrheit, charakteristische Auffassung und Feinheit der Ausführung bilden die großen Vorzüge des Künstlers. Wiewol er im J. 1822 in Pension getreten war, so blieb er doch bis an sein Lebensende thätig. Seine beiden Söhne Johann B. (geb. zu Trient am 5. März 1775, † zu Wien 1837) und Franz (geb. 1783, † am 22. Juli 1852) folgten dem Berufe ihres Vaters. Von diesen gelangte der erstere ebenfalls als Porträtmaler, der letztere als Marine- und Landschaftsmaler zu einem nicht unbedeutenden Rufe.

Vgl. Wurzbach, Biogr. Lexikon, 14. Bd., S. 57.