ADB:Lasser, Johann Baptist

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Artikel „Lasser, Johann Baptist“ von Joseph Kürschner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), S. 790, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Lasser,_Johann_Baptist&oldid=- (Version vom 15. Dezember 2019, 06:40 Uhr UTC)
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Lasser: Johann Baptist L., Sänger und Componist, geb. am 12. Aug. 1751 zu Steinkirchen in Niederösterreich, † am 21. October 1805 zu München. Er hatte zunächst in Linz das Seminar besucht und war dann nach Wien gegangen, wo er, mit guten musikalischen Kenntnissen ausgerüstet, den Beruf eines Musiklehrers ergriff. Seine schöne Stimme veranlaßte ihn 1781, nachdem er sich mit einer Sängerin vermählt hatte, in Brünn als Tenorist zu debütiren. Der Erfolg rechtfertigte sein Verbleiben bei der Bühne, bei der er sich 1784 bis 1788 in Linz auch als Director bethätigte, um dann wieder in Graz als Sänger aufzutreten. 1791 kam L. als Hof- und Kammersänger nach München und wirkte daselbst seit Juni 1802 ebenso wie seine Frau auch an der Hofbühne mit. L. besaß eine ebenso biegsame wie umfangreiche Stimme und viel Schule, von der auch seine Schrift „Vollständige Anleitung zur Singkunst sowol für den Sopran, als auch für den Alt“ (München 1798) Zeugniß ablegt. Als Componist hat er sich namentlich auf dem Gebiete des Singspiels hervorgethan u. u. a. „Das wüthende Heer“, „Die glückliche Maskerade“, „Der Kapellmeister“, „Die kluge Wittwe“, „Die unruhige Nacht“, „Die Modehändlerin“ und „Der Jude“ geschrieben, die mit mehr oder minderem Beifall zur Aufführung gelangten. Außer diesen in Graz componirten Operetten sind von ihm die in München entstandenen Werke „Cora und Alonzo“, Oper, und „Die Huldigung der Töne“, Vorspiel. Als Componist von Kirchenmusik, der er sich in München fast ausschließlich zuwandte, hatte er wegen des durchaus weltlich dramatischen Gepräges seines Compositionsstils kein Glück.