ADB:Lauremberg, Peter

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Lauremberg, Peter“ von l. u. in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), S. 59, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Lauremberg,_Peter&oldid=- (Version vom 16. Juni 2019, 13:22 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Lauremberg, Johann
Nächster>>>
Laurent, Josef
Band 18 (1883), S. 59 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Peter Lauremberg in der Wikipedia
GND-Nummer 100810977
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|18|59|59|Lauremberg, Peter|l. u.|ADB:Lauremberg, Peter}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=100810977}}    

Lauremberg: Peter L., Sohn des Professors der Medicin und Mathematik zu Rostock, Wilhelm L., † 1612, und älterer Bruder des Satirikers Johann L., ward am 26. August 1585 zu Rostock geboren. Schon in seinem 11. Jahre übersetzte er griechische Gedichte in lateinische Verse und verfertigte eigene lateinische Gedichte. Er beschäftigte sich dann besonders mit Mathematik und Medicin und hielt schon als Student in Rostock Vorlesungen über Astronomie. Im J. 1608 ging er zur Fortsetzung seiner Studien nach Leyden; von hier zog er nach Löwen, nach Paris, Saumur u. s. f., theilweise als Hofmeister einiger preußischen Adligen; später reiste er nach Poitiers und Toulouse mit einem jungen Engländer. In Montauban hielt er mathematische Vorlesungen und erhielt in Folge der Anerkennung, die diese fanden, dort im Jahre 1611 eine philosophische Professur. Schon war er bereit einem Rufe nach Montpellier als Professor der Medicin zu folgen, als ihm von Hamburg aus die Ernennung zum Professor der Physik und Mathematik an dem hier neu gegründeten akademischen Gymnasium zukam. Diesem Rufe folgte er im J. 1614. Im J. 1624 ging er als Professor der Poesie nach Rostock, in welchem Amte er bis zu seinem am 13. Mai 1639 erfolgten Tode verblieb. Die hamburgische Stellung aufzugeben veranlaßte ihn wahrscheinlich die geringe Anzahl von Zuhörern, welche sich damals auf dem akademischen Gymnasium befanden; es war sogar in den Kreisen der Bürgerschaft in jener Zeit (um 1623) davon die Rede, das Institut wieder aufzuheben; jedenfalls hatte L. in Rostock eine viel reichere Thätigkeit, wie sie seiner Begabung, junge Leute in die Studien einzuführen, entsprach. Seine zahlreichen Schriften, größerntheils von nur geringem Umfang, behandeln Gegenstände der Medicin, Mathematik, Astronomie, aber auch der Musik, der Beredtsamkeit und Anderes. Seine Vorlesungen und Disputationen soll er stets ohne Concepte gehalten haben. – Auch sein einziger ihn überlebender Sohn, Jacob Sebastian L., geb. 1619 zu Hamburg, † 1669 als Professor der Jurisprudenz und Geschichte in Rostock, war ein frühreifes Genie; er hielt (nach Jöcher II, Sp. 2304) schon in seinem 11. Jahre zu Rostock eine lateinische Rede.

Molleri Cimbria literata II, S. 455–460. Nicolaus Wilckens, Hamb. Ehrentempel, Hamburg 1770, S. 472 ff. Jöcher II, Sp. 2305. Rotermund III, Sp. 1389 ff. Lexikon der hamb. Schriftsteller IV, S. 377 ff., woselbst S. 383 auch die weitere Litteratur genannt wird.