ADB:Lawätz, Johann Daniel

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Artikel „Lawätz, Johann Daniel“ von Carsten Erich Carstens in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), S. 86–87, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Law%C3%A4tz,_Johann_Daniel&oldid=3426725 (Version vom 15. November 2018, 13:30 Uhr UTC)
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Band 18 (1883), S. 86–87 (Quelle).
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Lawätz: Johann Daniel L., Bruder des Heinr. Wilh., geb. in Rendsburg am 17. März 1750, war ein sehr angesehener und bemittelter Kaufherr in Altona, ward königl. Etatsrath, 1813 Konferenzrath, auch 1810 Ritter vom Danebrog und Danebrogsmann, 1820 Commandeur des hessischen Löwenordens. Er starb auf seinem Landsitz Neumühlen bei Altona am 7. Octbr. 1826. Durch Studium, Reisen und vielfältige Verhältnisse hatte er sich zu einer seltenen Stufe weltbürgerlicher Bildung emporgeschwungen. Zum Kaufmann erst ausgebildet, interessirten ihn insbesondere Industrieanlagen und schuf er solche mit Glück in seinem Neumühlen. Aber nicht allein das Eigene, sondern eben so sehr das Allgemeine nahm sein Interesse in Anspruch. So ward er der Stifter und langjährige Vicepräsident der patriotischen Gesellschaft in Altona, die von 1812 an viele Jahre hindurch der Provinz zum Segen in mannigfacher Beziehung gewirkt hat. Die Provinzialberichte von Petersen herausgegeben enthalten seinen Plan derselben und die Jahresberichte. In der Zeit der dänischen Geldkrisis schrieb er anonym: „Briefe eines alten Holsteiners an seinen Sohn in Schleswig über die neue Münze und Bank“, 1788, und „Bemerkungen über die neue Einrichtung des Geldes in den Herzogthümern Schleswig und Holstein“, 1789. Hierauf beschäftigte ihn sehr die Verwaltung des Armenwesens. Er schrieb sein bekanntes Buch „Ueber die Sorge des Staates für seine Armen und Hülfsbedürftigen“, 1815, 322 S. Der Verfasser wollte namentlich radicale und sich aufs Ganze erstreckende Vorschläge zur Abhülfe des Arbeitsmangels der Unvermögenden darbieten. Er faßt seine Grundsätze darin zusammen: es müsse der Arme lernen, durch Arbeit sich selbst aufzuhelfen, sein Zustand müsse nicht blos physisch sondern auch moralisch gebessert, dem ferneren Entstehen der Armuth vorgebaut werden, daß die festeste Dauer der Hülfe begründet und daß dies Alles durch die einfachsten Mittel erreicht werde. Sechs Mittel werden von [87] ihm angegeben und in eben so vielen Abschnitten beschrieben. Zur weiteren Ausführung schloß sich hieran seine Schrift: „Ueber Armencolonien“, 1821, und rief er auch eine solche ins Leben, die Colonie Friedrichsgabe bei Quickborn, doch ohne den erwünschten und erwarteten Erfolg. Es ist von ihm gesagt: „Wie er ausgezeichnet war in Vielem, so insonderheit darin, daß er, je älter er ward, desto menschenfreundlicher.“

Vgl. die Schriftstellerlexika von Kordes, Lübker-Schröder und Alberti s. v. N. Nekrolog der Deutschen 1826. S. 1017. Rüder II, 490.