ADB:Lenz, Christian Ludwig

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Lenz, Christian Ludwig“ von Albert Schumann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), S. 271–272, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Lenz,_Christian_Ludwig&oldid=- (Version vom 19. Juli 2019, 14:59 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Lenz, Christian David
Nächster>>>
Lenz, Jakob
Band 18 (1883), S. 271–272 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand August 2015, suchen)
GND-Nummer 116910909
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|18|271|272|Lenz, Christian Ludwig|Albert Schumann|ADB:Lenz, Christian Ludwig}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116910909}}    

Lenz: Christian Ludwig L., gelehrter Schulmann, geb. in Gera den 28. December 1760, † in Schnepfenthal den 17. Mai 1833, bildete sich zuerst auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt, wo er bereits, in dieser Hinsicht seinem jüngeren Bruder Karl Gotthold L. (s. unten) gleich, eine große Vorliebe für die alten Sprachen an den Tag legte, und studirte seit 1799[1] zwei Jahre in Jena und drei Jahre in Leipzig Theologie und Philologie. An beiden Orten hatte er öfters Gelegenheit, in gelehrten Gesellschaften und bei öffentlichen Disputationen, selbst kampfgeübten Professoren gegenüber, die ihm eigene Fertigkeit im lateinischen Ausdrucke zu bewähren. Gegen das Ende seines Leipziger Aufenthaltes übernahm er noch eine Hauslehrerstelle bei dem bekannten Kreissteuereinnehmer Chr. Fel. Weiße, wozu ihn die Einbuße nöthigte, welche sein elterliches Vermögen – sein Vater war Kaufmann – durch den großen Gera’schen Brand von 1780 erlitten hatte. 1784 folgte er einer Einladung Basedow’s als dessen Amanuensis nach Dessau und setzte auch, als das dortige Philanthropin zu einer „fürstlichen Erziehungsanstalt“ erhoben wurde, seine Thätigkeit als Aufseher [272] und Lehrer an demselben bis 1787 noch fort. In diesem Jahre zu einer gleichen Stelle an die Erziehungsanstalt in Schnepfenthal berufen, trat er bald mit Salzmann in engere Beziehungen, indem er sich 1788 mit dessen ältester Tochter verheirathete. Sie gebar ihm einen Kreis von zehn blühenden Kindern, von denen sich ein Sohn, Harald Othmar L. (s. u.), nachmals durch seine Leistungen in der Naturgeschichte bekannt gemacht hat. Das Stillleben in Schnepfenthal wurde für L. durch zwei größere Reisen in den J. 1796 und 1798 angenehm unterbrochen. Die eine führte ihn als Begleiter einiger Zöglinge nach Dänemark und Schweden, die andere im Auftrage eines Collegen nach Frankreich. Seine in der Fremde gemachten Beobachtungen und Erfahrungen veröffentlichte er in den „Bemerkungen auf Reisen in Dänemark, Schweden und Frankreich“ (2 Thle. 1800). 1802 schied er aus seinem bisherigen Wirkungskreise, um die Gymnasialdirectorstelle in Nordhausen zu übernehmen, welche er vier Jahre später mit derjenigen in Weimar vertauschte. Namentlich an letzterem Orte leistete er Bedeutendes für eine gründliche Bildung seiner Schüler und beförderte die Blüthe und den guten Ruf der Anstalt. Wie von ihm, dem gediegenen Philologen, nicht anders zu erwarten war, legte er den Hauptnachdruck auf ein eindringendes Verständniß der alten Classiker und wußte auch außer den Schulstunden durch thätige Mithülfe die ihm anvertraute Jugend zu Fleiß und Eifer anzuregen. Unter den Gelegenheitsschriften, welche er damals herausgab, verdient besonders jene zu Ehren seines 1809 in Gotha gestorbenen jüngeren Bruders erwähnt zu werden: „De vita Caroli Gotthold Lenz, in illustri Gymnasio Gothano nuper Professoris, ejusque majorum quorundam“ (Partic. I—III, Vimariae 1810—15). Ein bedenkliches Augenleiden nöthigte ihn im J. 1819 um seine Entlassung zu bitten. Nachdem er dieselbe von dem damaligen Großherzoge Karl August unter ehrenvollen Bedingungen erhalten hatte, zog er sich mit seiner Familie nach Schnepfenthal zurück und verbrachte dort die ihm noch beschiedenen Lebensjahre. Solange es die zunehmende Altersschwäche erlaubte, setzte er seine gelehrten Studien fort und unternahm auch mehrfach Reisen innerhalb der deutschen Grenzen. – Von seinen sonstigen Schriften seien noch zwei für die Geschichte der Pädagogik nicht unwichtige angeführt: „Ueber das fürstliche Erziehungsinstitut zu Dessau und besonders den gegenwärtigen Zustand desselben“ (1787) und: „De Basedowio, de Paedagogiis Dessaviensi et Schnepfenthaliano, deque nimium hodie neglectis Latinae linguao studio et abusu“ (1805).

Meusel, Gel. Teutschland. Callisen, Med. Schriftstellerlex., 11. Bd. – N. Nekr. 11. Jahrg., 1833, 1. Thl. (1835). S. 365–371. – Aug. Beck, Ernst II., Herzog zu Sachsen-Gotha und Altenburg, Gotha 1854, S. 133.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 271. Z. 11 v. u. l.: 1779 (st. 1799). [Bd. 21, S. 795]