ADB:Liefrink, Hans

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Artikel „Liefrink, Hans“ von Jakob Franck in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), S. 626–627, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Liefrink,_Hans&oldid=- (Version vom 16. Juli 2019, 14:46 Uhr UTC)
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Liefrink: Hans L., Formschneider, Kupferstecher und Kunsthändler in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. Sein Geburtsort ist Leyden, doch lebte er von 1540 bis 1580 zu Antwerpen. Ob er auch Maler gewesen, ist zweifelhaft, aber sicher, daß er nebenbei auch Kunstverleger und im Ganzen ein Mann von Bedeutung war. Seine Blätter sind sehr sorgfältig gestochen, jedoch in einer etwas trockenen Manier. Zu seinen besten Arbeiten zählt der schöne Holzschnitt, der sich zu Amsterdam befindet und den Herzog Wilhelm von Jülich und Cleve in prächtiger Kleidung darstellt, mit der Inschrift: „Van Gods ghenaden Wilhelm hertooch van Gelyk, Cleve, Berghe, van der Marck, van Ravenspurg“ und darunter: „Gedruckt Th’ antwerpen op de Lombarde veste by my Hans Liefrink, Formschnyder“. Zuweilen arbeitete er auch nach den Mustern anderer Künstler, z. B. in dem Kupferstiche von Floris: „Velderhande aertyke compertementen … Liefrink fec.“. 1564. 8°. Sehr wahrscheinlich zählen zu der nämlichen Familie zwei andere Formschneider dieses Namens: Cornelis und Wilhelm L., beide gleichzeitig aber zu Augsburg lebend, doch gehen der Zeit nach beide Hans L. vor. Cornelis war ein Zeitgenosse des Hans Burckmair (Bd. III, 576) und Albrecht Dürer’s und der erstere bediente sich seiner Hülfe bei der Herausgabe des großen Triumphwagens des Kaisers Maximilian. Er ist auch der wahrscheinliche Verfertiger der schönen Copie dieses Wagens, welche zuerst 1545 und zwar im Verlage der Wittwe des Cornelis erschien, woraus zugleich erhellt, daß dieser älter ist als Hans L. Das Werk, acht Blätter von der Größe des Originals, ist betitelt: „Triumphalis hic currus, Ad honorem Invictissimi … Maximiliani Caesaris … concinnatus est, ac per Albertum Durer delineatus“, auf dem letzten Blatte steht: „Impressus est currus iste Antverpiae per Viduam Cornel. Liefrink Anno 1545“; eine zweite Ausgabe erschien zu Amsterdam 1609. Ein zweiter, von diesem gänzlich verschiedener und zum ersten Male von Nagler in seinen Monogrammisten besprochener Cornelis L. arbeitete von 1620–1640. Da mehrere aufgefundene radirte Blätter in Folio dieses Malers oder Zeichners das Verlagsmonogramm sowie die Adresse des Kupferstechers und Kunsthändlers Claas Jansz. de Visscher zu Amsterdam zeigen, so hat er aller Wahrscheinlichkeit nach entweder in dieser Stadt oder auch in Thiel, welche er auch in seinen Radirungen abbildete, gelebt und dürfte sonach der vorhin besprochenen Familie gleichfalls angehört haben. Eine seiner Arbeiten stellt einen Zug von Büchsenschützen, Lanzenträgern und anderem Militär mit Bagagewagen vor, die Gegend durchschneidet ein Fluß, welchen die beigefügte [627] Inschrift Waelflu (Waal) nennt, der Strom ist mit Schiffen besetzt, welche ebenfalls näher bezeichnet werden: De acht Karviel-Scheppen gelyck se op stroom alle avonts Laghen; eine rechts sich ausbreitende Stadt hat den Namen: Thiel (in der Provinz Gelderland). Ein anderes Blatt stellt eine Schlachtscene in der Nähe eines Herrenhauses mit ausgedehnten Gartenanlagen vor. Was Wilhelm C. anbelangt, so erscheint sein Name auf der Rückseite von Holzplatten des erwähnten Triumphwagens, er ist also gleichzeitig mit dem älteren Cornelis L.

Schorn’s Kunstblatt 1830, 108. Nagler, Künstler-Lexikon VII, 513 bis 514, dessen Albr. Dürer und seine Kunst, S. 131 und die Monogrammisten II, 120; III, 199, 453–54. Passavant, Peintre-Graveur I, 122–123, III, 10, 170.