ADB:Manes, Anton

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Artikel „Manes, Anton“ von Rudolf Müller in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 20 (1884), S. 183–184, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Manes,_Anton&oldid=- (Version vom 24. Januar 2022, 03:57 Uhr UTC)
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Manes: Anton M., Maler, geb. zu Prag 1784, dort † 1843, war Schüler Karl Postels – seit 1808 Lehrer des Landschaftsfaches an der Prager Malerakademie – und darf als der Erste angesehen werden, welcher in der für Böhmen durch Bergler eingeleiteten neuen Kunstperiode das Landschaftsfach wieder zu Ehren und Selbständigkeit brachte. Mitbefangen zwar von dem in der Schule herrschenden Eklekticismus, blieb sein Auge doch in so weit unbeirrt, um über die gepriesenen Vorbilder hinausblicken und dem Ursprunge derselben nachgehen zu können. Unverkennbar beeinflußte ihn anfänglich der sinnige Romantiker Jacob Ruysdael, später dafür der mehr realistische Joh. Chr. Dahl, von dem aus wohl auch sein eigener Uebergang zum Realismus erfolgt sein mochte, denn es liegen eine Menge Studien und Skizzen vor, die gleichsam naturalistische Variationen sind über entlehnte Themen. Ein große Zahl dieser mit geübter Hand und reger Phantasie skizzirten Studien erhielt Ausführung in Oel. Ein solche, „Gebirgslandschaft mit einem Strome“ betitelt, wurde – 1827 – werth gefunden für die Prager Gallerie der „patriotischen Kunstfreunde“ angekauft zu werden. – Dem vorangedeuteten Gange entspricht eine in der Kunstausstellung vom Jahre 1833 gesehene Folge von fünf Gemälden, unter diesen drei „nach der Natur“ bezeichnet: – „Eine Baumpartie am Fuße des Riesengebirges“, „Kapelle am Fuße des Riesengebirges“ und „Baumpartie“. – Der Wirkungskreis des Künstlers erweiterte sich wesentlich mit dem J. 1836 im Zusammenhange mit der Berufung Kadlik’s zum Akademieleiter, welcher den eine Zeit lang, nach dem Ableben Postel’s sistirten Unterricht im Landschaftsfache wieder aufgenommen wünschte, und M. in das verwaiste Lehrfach einführte. In ersprießlicher Schulthätigkeit bis 1843, war sein Erfolg ein glänzender. Nebst seinen drei reichbegabten Kindern: Joseph, Guido und Amalia, der Schule mitangeschlossen, durfte er stolz sein auf die an ihm emporgerankten, zu Namen gelangten Schüler: Albert Brechler, Friedr. Hewranek, Ed. Herold, Joh. Kautsky, Ant. Liehm, Adolf Kratochwil und Alois Wols. – Ueberaus rührig, richtiger vielleicht, berufsfreudig, hob und schob er seine Schüler ganz besonders [184] noch durch eigenes Schaffen. Vom J. 1839 an, nach wiedereingeführten alljährigen Kunstausstellungen, war er ständiger Aussteller bis ins Jahr seines Ablebens. Sein Nachfolger, Max Haushofer, fand darum ein wohlvorbereitetes Terrain und Schüler vor, die es ihm leicht machten, kurzen Weges zu Erfolg zu kommen. In M. wiederspiegelte sich dauernd eine echte, lautere Künstlernatur; zwar leicht erregbar, zuweilen aufbrausend, wurde ihm alsogleich jedes etwa in solcher Erregung entschlüpfte harte Wort leid und führte zur wehmüthigsten Selbstanklage und Selbstzurechtweisung. Stetig an sich bessernd, war er endlich dahin gekommen, bei Niemand mehr böse, bei Allen nur gute Eigenschaften vorauszusetzen. Ein Humanismus, der ihm freilich vielfache Enttäuschungen einbrachte, dennoch der edeln Intention nicht abspenstig machte. Aus der großen Zahl der Gemälde von M. seien noch jene hervorgehoben, welche auf Prager Kunstausstellungen gesehen wurden; 1825 und 1827: „Ideale Landschaft mit Burgruine und Wasserfall“, „Gegend bei Eger“, „Stadt Bensen im Leitmeritzer Kreise“, „Gegend an der Iser“, „Landschaft mit den Ruinen des Marius“; 1839 – „Abendgeläute in einem Dorfe“, „Baumreiche Partie, im Idyllengeschmacke“, „Herrannahender Sturm“; 1840 – „Landschaft“, „Ideale Landschaft“, „Ein Sturm“, „Mühlenbach bei Semil“, „Mondlandschaft“, „Sonnenaufgang“, „Kapelle zwischen Linden“; 1841 – „Landschaft von St. Ivan unterm Felsen“, „Ansicht der Köpplischen Insel bei Prag“, „Frühlingsmorgen“, zwei „Waldpartien“: 1842 – „Forstpartie“, „Baumpartie von verschiedenem Gehölz“, „Schloß Pürglitz“.

Klunzinger, Die Künstler aller Zeiten. Bohemia. Mittheil. d. Vereins f. Gesch. d. Deutschen in Böhmen. Eigne Aufzeichnungen.