ADB:Marenholtz, Boldewin von (1. Artikel)

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Artikel „Balduin II. (v. Marenholz)“ von Karl Ernst Hermann Krause in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 6, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Marenholtz,_Boldewin_von_(1._Artikel)&oldid=- (Version vom 23. April 2019, 00:49 Uhr UTC)
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Balduin II. (v. Marenholz), gewöhnlich Boldewyn genannt[WS 1], seit 1504 Abt zu St. Michaelis in Lüneburg, † 11. Dec. 1532, ein gelehrter Theolog und Jurist, versuchte vergeblich sich der Reformation entgegenzustellen, wußte aber durch rechtzeitige Geldspenden an die Lüneburger Herzöge und ein seines politisches Vorschieben des mächtigen Rathes von Lüneburg die Einziehung des reichen Klosters, auf welches Landesherrn und Stadt ihr Auge warfen, zu hintertreiben. Wesentlich auf seinen Ruf kam Heinrich der Mittlere, der 1521 resignirt hatte, 1527 aus Frankreich zurück, um die Bestrebungen Herzog Ernsts, die lutherische Lehre im Herzogthum Lüneburg durchzuführen, zu hindern. Als die Lüneburger Bürgerschaft 1530 den Rath zwang, die Reformation anzunehmen, was dieser mit Hülfe des Urban Regius und des Hamburger Pastors Stephan Kempe ins Werk setzte, ließ Boldewyn Gegenschriften durch Konrad Wimpina und Johann Mensing verfassen, wogegen Kempe dann 1531 die Schrift „Uppe des Abbates van S. Michael tho Luneborch und sines Proveesels Provebock Antworth Stephani Kempen“ ausgehen ließ. Am Michaelistage 1532 hielt der Abt die letzte katholische Messe in der Kirche zu St. Michaelis, schon am 9. Dec. empfing der Prior Herbord von Holle mit den Conventualen in derselben Kirche das heil. Abendmahl in beiderlei Gestalt nach lutherischem Ritus, der dazu gerufene Abt wurde im Zorn vom Schlage gerührt und starb 2 Tage darauf. Er war der 39. Abt des Klosters, welches so sehr als eine Adelsversorgung galt, daß nach 1530 eine Anzahl braunschweigischer und altmärkischer Adliger den Abt aufforderten, dasselbe dem Adelsinteresse zu erhalten. So ruht aus ihm indirect die Gründung der späteren Ritterakademie; wie alle Aebte zu St. Michaelis war auch er Landrath und Präsident des herzoglichen Landgerichts zu Uelzen, welches später als Hofgericht nach Celle verlegt wurde.

Vergl. Bertram, Evang. Lüneburg. L. A. Gebhardi, K. Geschichte des Klosters St. Mich. in Lüneburg. Gebhardi, De re litteraria coenob. St. Mich.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Über diese Person existiert in Band 20 ein weiterer Artikel.