ADB:Marwitz, Alexander von der

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Artikel „Marwitz, Alexander von der“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 20 (1884), S. 529, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Marwitz,_Alexander_von_der&oldid=- (Version vom 16. Oktober 2019, 17:51 Uhr UTC)
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Marwitz: Alexander von der M., am 4. Octbr. 1787 geboren, der jüngere Bruder von Friedrich August Ludwig von der M. (s. d.), studirte in Halle, als sein Bruder, der zur Schlacht von Jena auszog, ihn nach Friedrichsdorf zur Bewirthschaftung seines Gutes berief. Er zeigte hier, daß seinem reichen Wissen ein tüchtiges Können zur Seite stand. Das Unglück seines Vaterlandes ergriff ihn tief; mit Feuereifer schloß er sich denen an, welche die Befreiung vom Joche der Fremdherrschaft und die Wiederbelebung Preußens und Deutschlands betrieben. Seine außergewöhnliche Begabung erregte Aufsehen, seine Persönlichkeit gewann ihm alle Herzen. Einen Staatsrathsposten, welcher ihm angeboten wurde, lehnte er ab; schloß sich Schill an, trennte sich jedoch schon während des Marsches nach Stralsund von ihm, weil er das Kopflose des Unternehmens erkannte. Bald darauf trat er in das österreichische Chevauxlegersregiment Klenau, in dessen Reihen ein jüngerer Bruder Eberhard bei Aspern gefallen war, und nahm an den letzten Ereignissen des Krieges von 1809 Theil. Im Herbst 1810 kehrte er nach Berlin zurück. Kurz ehe er fortgezogen, hatte er die Bekanntschaft von Rahel Levin gemacht, zu welcher er nun in ein näheres Verhältniß trat. Ihre Briefe geben Zeugniß von der Natur desselben; sie liefern einen interessanten Beitrag für die Erkenntniß des Geistes der damaligen Zeit, deren Kind M. war; daß er dieses Kind ganz war – darin beruht vor Allem das Interesse, welches sein Leben für die Nachwelt hat; die äußeren Umstände desselben würden seine Erwähnung in diesen Blättern nicht rechtfertigen. Als die Franzosen aus Rußland zurückkamen, war er bei der Regierung in Potsdam beschäftigt; sofort ging er nach Ostpreußen, schloß sich dann Tettenborn an, focht unter Dörnberg bei Lüneburg und wurde, gleich nach Wiederbeginn der Feindseligkeiten nach Beendigung des Waffenstillstandes, bei einem Gefechte in der Nähe von Wittenberg schwer verwundet. In Prag nothdürftig geheilt, eilte er der Armee nach und wurde Adjutant beim General v. Pirch II., der eine Brigade des York’schen Corps commandirte. Eine Kugel machte am 11. Febr. 1814 bei Montmirail seinem Leben ein Ende. „Er würde das Höchste geleistet haben, wenn er erst zur inneren Beruhigung gelangt wäre“ sagte sein älterer Bruder von ihm. Der in dessen Biographie als Quelle angeführte General v. Röder charakterisirt ihn als einen echten deutschen Jüngling, innerlich wie äußerlich.

Quellen s. Friedrich August Ludwig von der Marwitz.