ADB:Maximinus

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Artikel „Maximinus, der Heilige“ von Franz Xaver Kraus in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 21 (1885), S. 76–78, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Maximinus&oldid=- (Version vom 27. Juni 2019, 10:41 Uhr UTC)
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Band 21 (1885), S. 76–78 (Quelle).
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Maximinus, der Heilige, Bischof von Trier, nach gemeiner, nicht urkundlich erhärteter Annahme seit 332, als Nachfolger des Agricius. Ueber [77] seine Vorgeschichte ist nichts bekannt. Als Bischof einer der wichtigsten Städte des Reiches, damals der Residenz der Kaiser Constantinus II. und Constans, nahm er eine mächtige Stellung in den Kämpfen der Zeit ein und zählte er zu den ruhmvollsten Vertheidigern der nicänischen Orthodoxie. In Trier nahm M. (Ende 335 oder November 336 bis 338 bzw. 339, 2 Jahre und 4 Monate) den heiligen Athanasius, der aus Alexandrien verbannt war, als Gast auf und trat in jenes enge Verhältniß zu dem großen Alexandriner, das dieser so häufig dankend erwähnt. Die christliche Gemeinde in Trier war damals in starkem Anwachsen, so daß der Bischof in einer noch im Bau begriffenen Kirche (dem heutigen Dom?) die Liturgie feiern mußte (Athanas. Apol. ad imp. Constant. I, 304, no. 15). Man hat guten Grund, zu vermuthen, daß Athanasius damals auf das Gedeihen des Christenthums an der Mosel und auch auf die hier so früh bezeugte Einführung des Mönchthums in Trier (Aug. Confess. VIII, 6) wesentlichen Einfluß geübt habe. M., den Athanasius bei dieser Gelegenheit „einen apostolischen Mann einfachen und aufrichtigen Sinnes“ Ath. Epist. ad episc. Aeg. I, 278, no. 8) nennt, scheint auch in einer übrigens verlorenen Schrift für die Orthodoxie eingetreten zu sein. Im J. 343 empfing M. in Trier einen andern, von den Arianern seines Stuhles beraubten Exilirten, Paulus von Constantinopel, mit dem er gleichfalls in kirchliche Gemeinschaft trat und dessen Wiedereinsetzung er durch Kaiser Constans bei Constantius erreichte, während er den arianischen Abgeordneten die Communion versagte (Sozom. III, 10. Socr. II, 16). Um die Restitution des hl. Athanasius zu erwirken, wurde M. mit anderen Bischöfen in Mailand bei Constans vorstellig (Anfang 343), welcher seine Zustimmung zur Abhaltung eines Concils gab. So kam die große Synode zu Sardica 343 zu Stande, an welcher sich M. neben Julius von Rom und Hosius als Hauptveranstalter betheiligte. Bald darauf (12. Mai 346) scheint er die Kölner Synode berufen zu haben, auf welcher Euphrates abgesetzt wurde, deren geschichtlicher Charakter aber bekanntlich bezweifelt wird. Daß er kurz nach 346 gestorben ist, entnimmt man der Apol. ad imperat. Constantium des Athanasius, welche, 356 geschrieben, von M. als einem Todten spricht und dem Umstand, daß Paulinus, der Nachfolger Maximinus’, dem hl. Athanasius schon 347 ein Exemplar des von Ursacius und Valens dem P. Julius eingehändigten Widerrufs nach Alexandrien schickte. Seit Baronius hat man gewöhnlich angenommen, M. habe bis 351 gelebt und noch mit Servatius von Tongern an der Gesandtschaft Theil genommen, welche der Mörder des Constans, der Usurpator Magnentius, 350 an Constantius schickte (Athanas. Apol. ad Imper. I, 300, no. 9). Indessen kann aus den angeführten Gründen der an der betreffenden Stelle bei Athanasius genannte Maximus nicht mit M. identisch sein, obgleich unser M. zuweilen auch Maximus genannt wird (so Mansi III, 131). Glaubhafter sind die allerdings auch späteren Nachrichten von einer gerade unter M. inaugurirten erfolgreichen Missionirung des Landvolks an der Mosel unter Maximinus’ Episkopat. Als Gehülfen bei diesem Geschäfte werden uns besonders sein Nachfolger Paulinus, dann der hl. Castor, Lubentius und Quiriacus genannt (Hontheim, Prodr. I, 361–270. Hist. dipl. I, 25. III, 971. Marx, Erzst. I, 67). Wir besitzen zwei ältere Lebensbeschreibungen des hl. Maximin, die indeß beide verhältnißmäßig jung und unzuverlässig sind; die eine, von einem anonymen Maximiner Mönch, aus dem 8. Jahrhundert, gab Henschen, Act. SS. Mai VII, die andere wurde auf Bitten des Maximiner Abtes Waldo 839 nach Sigehard (MG. SS. IV, 230. Act. SS. Mai VII. 25) von einem „Bischof“ Lupus geschrieben; das könnte nur der in Folge des Sturzes Ebbo’s nach Trier gekommene und dort in der Paulinuskirche beerdigte Bischof Lupus von Châlons sein; jedenfalls ist es oberflächlich, mit Clouet, Friedrich, [78] Phillips, Werner, Wattenbach (D. G.-Q. 4, I, 191) diese Vita ohne Weiteres Lupus von Ferrières zuzuweisen (vgl. Sprotte, Biogr. des Abtes L. v. F., Regensburg 1880, S. 169).

Man vergleiche außer den Werken von Hontheim, Brower, Masen u. s. f. Marx, Gesch. d. Erzst. I, 68. Rettberg I, 181. Friedrich I, 223 f. Ph. Diel, Der hl. Maximinus und der hl. Paulinus, Bischöfe in Trier. Trier 1875. Fr. Chamard, S. Maximin, in Revue des Questions historiques, I. Paris 1867.