ADB:Nahl, Johann August (Maler)

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Artikel „Nahl, Johann August der Jüngere“ von Lionel von Donop in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 23 (1886), S. 240–241, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Nahl,_Johann_August_(Maler)&oldid=- (Version vom 23. Mai 2019, 01:32 Uhr UTC)
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Nahl: Johann August N. der Jüngere, Maler, zweiter Sohn des gleichnamigen Bildhauers Johann August N., geb. am 7. Januar 1752 auf einem Landgute seines Vaters bei Bern. Nachdem er bei Heinrich Tischbein d. ä. den ersten Kunstunterricht genossen, begab er sich auf Reisen nach Straßburg und Paris, wo Lesueur’s Einfluß auf ihn wirkte. Von 1774–1781 lebte er in Italien, zumeist in Rom, von wo er nach Kassel zog. Im nächstfolgenden Jahre verweilte er in London und hielt sich abermals von 1783–1793 in Italien auf. Nach seiner Rückkehr wurde er Professor an der Akademie zu Kassel und 1815 Director der Classe der Malerei. Er starb daselbst nach vollendetem 72. Lebensjahre in der Nacht vom 30.–31. Januar 1825. Sein künstlerischer Bildungsgang wurde während seines Aufenthaltes in Italien durch Hackert’s Vorbild sowie durch das Studium der Natur und der Werke Claude Lorrain’s und Salvator Rosa’s bestimmt. Goethe gedenkt des Malers in der Monographie über Winckelmann, namentlich der im Geiste Albani’s aufgefaßten „erotischen Darstellungen mit ergötzenden Landschaften“ sowie der in Sepia „sehr zart und gefällig“ ausgeführten Erfindungen, deren Technik er fortan mit Vorliebe zur Anwendung brachte. N. verdankt seinen zu Lebzeiten angesehenen [241] Namen der von Goethe begründeten Gesellschaft weimarischer Kunstfreunde, welche ihm 1800 und 1801 für zwei malerische Compositionen: „Hector’s Abschied von Andromache“ und „Achilles am Hofe des Lykomedes“ den ersten Preis zuerkannte. Durch weitere Aufträge für den weimarischen Hof geehrt, erhielt er noch im J. 1807 den Preis bei Gelegenheit einer Kunstausstellung in Tübingen. In der Mehrzahl seiner Bilder sind historisch-mythologische Motive in landschaftlicher Umgebung dargestellt. Von den bedeutendsten Werken seiner Hand sind hervorzuheben: „Ein Opfer an die Venus“, „Castor und Pollux“, „Amor, der Venus einen Dorn aus dem Fuße ziehend“, „Ariadne auf Naxos“, „Narcissus“ u. a. m. Ueber die nach Nahl’s Gemälden von Anderen gestochenen und von ihm selbst radirten Blättern vgl. Nagler’s Künstlerlexikon, 10. Bd., S. 106.

Goethe, Winckelmann und sein Jahrhundert. Tübingen 1805. – Die Propyläen. 1800, 1801. – Kunstblatt. Herausg. v. Dr. L. Schorn, 1825. 6. Jahrg., S. 72. – Jacob Hoffmeister’s gesammelte Nachrichten über Künstler und Kunsthandwerker in Hessen seit etwa 300 Jahren. Hrsg. v. G. Prior. Hannover 1885, S. 82–83.