ADB:Ortolf von Weißeneck

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Artikel „Ortolf von Weißeneck“ von Franz von Krones in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 24 (1887), S. 453–454, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Ortolf_von_Wei%C3%9Feneck&oldid=- (Version vom 12. November 2019, 07:57 Uhr UTC)
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Ortolf v. Weisseneck, Erzbischof von Salzburg, (seit 1344, † am 12. Aug. 1365). Nachdem er die Dompropstei angetreten, trat bald der Tod seines Vorgängers Heinrich (von Pyrnbrunn, 1338–1343) im August 1343 ein, und der Wahl Ortolfs folgte ohne Schwierigkeit die Bestätigung durch Papst Clemens V. in Avignon (Januar 1344). Seine politische Thätigkeit begann der neue Erzbischof in der Erneuerung der Bündnisse mit dem Hause Habsburg (Herbst 1344). Diese Beziehungen mußten sich kräftigen, als O. mit dem niederbairischen Herzoge Stefan (1357) in eine verwüstende Fehde gerieth, und Herzog Albrecht II. von Oesterreich mit seinem bekannten Geschicke in diplomatischen Dingen den Passauer Frieden zwischen den beiden Streitenden vermittelte. Doch blieb die Kriegsgefahr entfesselt, da der Vasall des Erzbischofs, Eberhard von Thann, als Anhänger Baierns, von seinem geistlichen Lehnsherrn geächtet, demselben, im Vertrauen auf Baiern, Trotz bot. Da trat Herzog Rudolf IV. von Oesterreich, bemüht, eine Liga wider seinen kaiserlichen Schwiegervater Karl IV. zu Stande zu bringen, und zu diesem Zwecke im Winter des J. 1362 (E. Jänner bis Februar) Gast des Erzbischofs, seit (29. Jänner) 1362 ihm eng verbündet, als Schiedsmann ein und bewirkte einen leidlichen Ausgleich zwischen O. und seinem unbotmäßigen Vasallen. Bald trug aber auch der Erzbischof als Bundesgenosse Rudolfs IV. die ganze Last des Krieges mit den bairischen Wittelsbachern, seit Tirols Erwerbung durch die Habsburger (1363) geschworenen Feinden des letzteren. Sie wuchs ihm bald über den Kopf, als die Baiern Mühldorf belagerten, und wiederholt erging sein Hilferuf an den Habsburger, der endlich erschien, und durch seinen Angriff auf Ried (Aug. 1364) den Entsatz Mühldorfs bewirkte. Aber auch der [454] Papst legte sich ins Mittel, und bedrohte den Erzbischof mit dem Banne, wenn er nicht die Waffen niederlege. So mußte sich O. zum Frieden bequemen. – Aus der inneren Geschichte Salzburgs verdient: die erneute Bergwerksordnung von 1344, die Aufnahme von zwei Judenfamilien in die Stadt „unter allen Rechten und Freiheiten“, die sie in Salzburg und an andern Orten im Lande genößen (1346), die das Land (1348) verheerende Seuche, der „schwarze Tod“, welche vom Volkswahne zur Judenverfolgung ausgebeutet wurde und die Verbesserung des Münzwesens (1353) durch Bestallung eines Florentiner Münzmeisters – Erwähnung.

(Kleinmayern), Unparteyische Abhandlung von dem Staate des f. E. Salzburg und dessen Grundverfassung (1770). – Th. Zauner, Chronik von Salzburg III. – A. G. Pichler, Salzburgs Landesgeschichte (1865). – Zillner, Salzb. Kulturgeschichte in Umrissen (1871). – Huber, Verein. Tirols mit Oesterreich (1863) und Gesch. Rudolfs IV. von Oesterreich (1865).