ADB:Petter, Anton

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Artikel „Petter, Anton“ von Anton Schlossar in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 25 (1887), S. 540–541, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Petter,_Anton&oldid=2504025 (Version vom 20. Mai 2018, 10:08 Uhr UTC)
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Petter: Anton P., Historienmaler, geb. am 2. April 1781 zu Wien als Glied einer Familie, welche eine Reihe hervorragender Künstler aufzuweisen hat, erhielt seine erste Ausbildung in seiner Vaterstadt, insbesondere durch den Custos der kaiserlichen Gallerie, Karl Ruß, mit dem ihn auch in der Folge ein gleiches Streben verband. Kaum 25 Jahre alt erhielt P. für sein großes Gemälde: „Der todte Aristides“ den Reichel’schen Kunstpreis zuerkannt. Seine weitere Ausbildung betrieb er in Italien, insbesondere in Rom und wurde 1814 zum Mitglied der Akademie der bildenden Künste ernannt. Die Akademieen zu Mailand und Venedig hatten P. zu ihrem Ehrenmitgliede ernannt. Als Erzherzog Johann von Oesterreich zu Anfang dieses Jahrhunderts der vaterländischen österreichischen Kunst seine besondere Aufmerksamkeit zuwendete, richtete er auch seine Aufmerksamkeit [541] auf P., derselbe malte eine Reihe von Bildern für das Schloß Thernberg, in dem der Fürst weilte, sein großes Bild, die Begegnung der Brautleute Max I. und Maria von Burgund darstellend, welches auf der Ausstellung von 1816 besonderes Aufsehen erweckte, kaufte der Erzherzog und schenkte es der ständischen Bildergallerie in Graz. Er war es auch, welcher den Maler aneiferte, Stoffe aus der Geschichte Oesterreichs zum Vorwurfe seiner Bilder zu wählen. So entstanden im J. 1822 das großartige Gemälde, welches den Triumphzug Maximilians I. in Gent darstellt, während dessen die Gemalin des Kaisers ihm den inzwischen geborenen Sohn Philipp entgegenbringt, im J. 1824 das Bild: Johanna von Aragonien mit ihren Kindern an der Leiche Philipps von Oesterreich, im J. 1828 einige Gemälde, welche Scenen aus Pyrkers Rudolphiade darstellten u. a. m. Das große Bild, welches Rudolf von Habsburg an der Leiche Ottokars darstellt, wurde von Blasius Höfel in Kupfer gestochen. P. wurde im J. 1820 Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien, an welchem Institute er 1828 zum Director ernannt wurde. Er starb am 14. Mai 1858 hochbetagt zu Wien.

P. gehörte durch seine Bilder der historischen Richtung der Kunst Oesterreichs an, und zwar ist er den Begründern dieser Kunstrichtung beizuzählen. Seine Compositionen zeigen allerdings noch die Steifheit und Härte jener Zeit, allein eine vortreffliche Technik und effectvolles Colorit weisen trotzdem in allen Bildern seine hervorragende Meisterschaft. Die Bilder: Der ermordete Meleager, Alcibiades, Phaedra, Lais und Aristipp, und andere beweisen des Künstlers tüchtige Studien auch auf dem Gebiete der Geschichte des classischen Alterthums. Mehrere seiner Gemälde entnehmen ihre Stoffe der biblischen und Heiligenhistorie, so: Hagar, König Saul bei der Hexe von Endor, eine Madonna, die heilige Familie. Von den großen historischen Compositionen sei noch des Bildes: Erzherzog Karl in der Schlacht bei Aspern, gedacht. Eine große Zahl von Bildern, Porträts, Scenen aus Dichtungen, Altargemälde etc. aus Petter’s Pinsel zeigen den außerordentlichen Fleiß und die Gewandtheit des unermüdlichen Meisters, der in der Kunstgeschichte Oesterreichs sich einen bleibenden Namen errungen hat.

Wurzbach, Biogr. Lex. Bd. XXII. – Oesterreichische National-Encyclopädie. Bd. IV. S. 196 u. a. O.