ADB:Putten, Nicolaus von

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Artikel „Putten, Nicolaes v.“ von Pieter Lodewijk Muller in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 26 (1888), S. 748–749, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Putten,_Nicolaus_von&oldid=- (Version vom 2. August 2021, 00:42 Uhr UTC)
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Putten: Nicolaes v. P., holländischer Ritter, einem alten Geschlechte entsprossen. besaß in den letzten Decennien des 13. Jahrhunderts große Güter auf der Insel, die jetzt Goeree heißt, und kommt schon unter den vornehmen Edelleuten vor, welche 1298 den Tractat des Grafen Florenz V. von Holland mit König Philipp August mitsiegeln. Er war erst kurz bevor volljährig geworden. Mit Fräulein Aleid, der Erbtochter von Stryen, im jetzigen Nordbrabant, verheirathet, wurde er bei weitem der mächtigste Mann in jenen Gegenden. Nach dem Tode des Florenz griff er entschieden Partei für Johann von Avesnes gegen Borsselen und die englische Partei, wobei er sich mit den Dordrechter Bürgern verband, jedoch ohne Erfolg. Er war selbst gezwungen, sein Schwert der Gegenpartei zu leihen. Als Borsselen aber von den Delfter Bürgern ermordet war, kamen P. und seine Freunde wieder oben auf, und er wirkte beim Tode des Grafen Johann I. eifrig mit an der Anerkennung des Grafen von Hennegau. 1304 nahm er mit des letzteren Sohn, dem Grafen Wilhelm von Ostervant, theil an dem unglücklichen Feldzug in Seeland gegen Renesse und die Vläminger, wurde in der Schlacht auf Duveland gefangen, aber von seinen Freunden, den Dordrechter Bürgern, mit schwerem Gelde losgekauft. Als Dordrecht dann von den Brabantern belagert wurde, kam er, wie es scheint, zum Statthalter von Südholland ernannt, der Stadt zu Hülfe und leitete die Vertheidigung mit solcher Umsicht und Kühnheit, namentlich mit Angriffen und Streifzügen ins feindliche Land, daß die Brabanter noch eher als die Vläminger abzogen. Mit dem jungen Grafen Wilhelm und Witte von Haemstede verdankte Holland ihm seine Befreiung in jenen Jahren. Er hat dann noch in hohen Ehren und in einer Art von Unabhängigkeit in Holland gelebt, wenn er auch 1308 in Verdacht kam, sich gegen die gräfliche Gewalt auflehnen zu wollen, bis er 1311 starb, nachdem er eine Capitularkirche in Geervliet gegründet und auch sonst der Kirche viel Gutes erwiesen hatte. Bloß eine Tochter überlebte ihn und sein Geschlecht starb mit ihm aus, aber die Güter von Putten und Stryen blieben in einer Hand, zuletzt in der der Gaesbeeks, bis dieselben Ende des 15. Jahrhunderts an den Landesherrn kamen [749] und fortan einen beträchtlichen, ganz gesonderten Theil der Landesdomäne in Holland bildeten.

Vgl. van Wyn, Schetze van het leven en bedryf van Nicolaes van Putten, in den Werken der Gesellschaft für niederländische Litteratur in Leyden, Bd. V, der die Urkunden in van Mieris, Charterboek, Bd. I, II und die Nachrichten der Chroniken, namentlich des Stoke, sorgfältig geprüft und verglichen hat. Weiter Kluit, Historia critica Comitatus Hollandiae, van den Bergh, Oorkondenboek van Holland en Zeeland, Bd. II. – Meine Regesta Hannonensia. – Wagenaar. – Arend, Alg. Gesch. des Vaderlands u. s. w.