ADB:Rikdag

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Artikel „Rikdag, Markgraf von Meißen“ von Karl Uhlirz in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 28 (1889), S. 614–615, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Rikdag&oldid=- (Version vom 21. Juli 2019, 00:55 Uhr UTC)
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Rikdag (Rigdag, Rictag), Markgraf von Meißen. Er entstammte einer Nebenlinie des Wettin’schen Geschlechtes, deren Familienbesitz im Schwabengau lag; vorerst verwaltete er eine Grafschaft in diesem Gaue und eine andere, die von Seehausen, im Nordthüringgau, im J. 972 nahm er als Vogt des Erzbisthums Magdeburg an einem zu Tribur vor dem Kaiser zwischen dem Erzbischof und dem Abt von Fulda abgeschlossenen Tauschgeschäfte Theil. Vielleicht bereits nach dem Tode des Markgrafen Thietmar (978), wahrscheinlich aber erst nach dem Ableben Günther’s (982) wurde ihm die Leitung der vereinigten Marken Zeitz, Merseburg und Meißen übertragen. Bald darnach erhoben sich, während der Kaiser in Italien weilte, Dänen und Wenden zu unheilvollem Ansturm gegen die deutsche Herrschaft, im Sommer des Jahres 983 wurden Havelberg, Brandenburg, Hamburg von ihnen erobert und verwüstet, erst an der Tanger hemmte ein sächsisches Heer, unter dessen Führern auch R. genannt wird, in siegreicher Schlacht weiteres Vordringen. Der Sieg wurde nicht verfolgt, nach Otto’s II. Tod schied der Streit um die Herrschaft im Reiche die sächsischen Großen in zwei Parteien, die eine unter Führung des Erzbischofs Giseler von Magdeburg trat auf die Seite des Herzogs Heinrich von Baiern, auf der Asselburg bei Wolfenbüttel verbanden andere sich zu treuem Festhalten an der rechtmäßigen Thronfolge. Ueber Rikdag’s Verhalten entbehren wir eines sichern Zeugnisses. Er wird nicht unter den Theilnehmern der Versammlung auf der Asselburg genannt, gelegentlich erfahren wir, daß er in jener Zeit zu Merseburg sich aufhielt, ob als Gegner oder Berather der Herzogin Gisela, die in dieser Hauptfeste ihres Gemahls den Ausgang des Kampfes abwartete, vermögen wir nicht zu beurtheilen. Eben damals bemächtigte sich eine böhmische Heerschar, die Heinrich als Verbündeten des Herzogs Boleslaw von Böhmen nach Sachsen geleitet hatte, der [615] Burg Meißen. Noch bevor der wichtige Platz wieder unter deutsche Botmäßigkeit gebracht worden war, starb der seiner Tapferkeit wegen gerühmte Markgraf im J. 985. Begraben wurde er in dem von ihm und seiner Schwester Eilsuit gegründeten Kloster zu Gerbstedt. Kaiserin Theophanu übertrug die Markgrafschaft nicht seinem Sohne Karl, sondern dem tapferen Sohne Günther’s, Ekkehard. Karl mußte sich mit dem Lehens- und Eigenbesitz im Schwabengau begnügen, der ihm zwar von dem Grafen der Nordmark, Gero, entzogen wurde, nach seinem Tode (1014 28. April) aber mit der Vogtei über Gerbstedt an die Hauptlinie der Wettiner kam. R. hinterließ außer dem Sohne zwei Töchter, die eine derselben nahm Boleslaw von Polen zur Frau, verstieß sie aber bald, die andere, Gerburg, wurde Aebtissin von Quedlinburg und starb, hochverehrt um ihrer Frömmigkeit und ihrer ausgezeichneten Kenntnisse willen, am 30. October des Jahres 1022.

Ann. Quedlinb. in Mon. Germ. Script. 3, 67, 88; Thietmar, Chron. ebenda. – Posse, Die Markgrafen von Meißen. – Giesebrecht, Geschichte der deutschen Kaiserzeit, I.