ADB:Rixner, Thaddeus Anselm

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Artikel „Rixner, Thaddeus Anselm“ von Carl von Prantl in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 28 (1889), S. 715–716, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Rixner,_Thaddeus_Anselm&oldid=- (Version vom 23. Juli 2019, 01:29 Uhr UTC)
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Rixner: Thaddeus Anselm R., geboren als Sohn eines Wirthes in Tegernsee am 3. Aug. 1766, † am 10. Febr. 1838 in München, hatte als Knabe infolge eines Falles eine rechtsseitige Lähmung erlitten und wurde daher, da er als untauglich galt, das väterliche Geschäft zu übernehmen, zum Studiren bestimmt. Er besuchte zunächst die Klosterschule seines Geburtsortes, hierauf die von Benedictinern geleitete Anstalt zu Freising, und trat (1787) im Kloster Metten in den Benedictinerorden, wo er im Juni 1789 die Priesterweihe erhielt. Der Abt schickte ihn an die Universität Ingolstadt, um Rechtswissenschaft zu studiren, was er alsbald verwerthete, indem er in Metten Kirchenrecht vortrug; seine innere Neigung aber hatte ihn zur eifrigen Beschäftigung mit Philosophie geführt, welche er denn auch 1792 und 93 in Freiburg docirte. Von seinem [716] Abte zurückgerufen (1794) hatte er die Seelsorge in Michelsbuch bei Deggendorf zu übernehmen; in dieser Zeit schrieb er „Synopsis institutionum philosophicarum“ (1795) und „Conspectus universae metaphysicae“ (1797), welche beide in dem Rahmen der üblichen Schul-Philosophie verblieben. Im J. 1803 wurde er zum Professor der Philosophie an Lyceum zu Amberg ernannt, von wo er in gleicher Eigenschaft 1805 nach Passau kam. Da letzteres Lyceum durch das Niethhammer’sche Normativ aufgehoben wurde (1808), trat R. auf kurze Zeit in Ruhestand, welchen er in Tegernsee zubrachte; doch bereits 1809 erhielt er die Professur der Philosophie in Amberg, wo er erfolgreich bis 1834 thätig war. Er hatte allmählich sehr umfassende Studien in Geschichte der Philosophie gemacht, deren erste Frucht die Schrift war „Versuch einer neuen Darstellung der uralten indischen Alleinslehre“ (1808), worauf folgten „Aphorismen aus der Philosophie als Leitfaden für den ersten Unterricht“ (1809, 2., umgearbeitete Aufl. 1818), worin man einen sichtlichen Einfluß der Philosophie Schelling’s bemerkt. Sodann aber erschienen zwei für die damalige Zeit sehr anerkennenswerthe Ergebnisse seiner Studien, nämlich „Leben und Lehrmeinungen berühmter Physiker im 16. u. 17. Jahrh.“ (in 7 Heften 1819–26, gemeinschaftlich mit Th. Siber bearbeitet), woselbst z. B. Cardanus, Telesius, Giord. Bruno, Campanella und J. B. van Helmont behandelt sind, und gleichzeitig das ganz brauchbare „Handbuch der Geschichte der Philosophie“ (3 Bde. 1822 f., 2., vermehrte Aufl. 1829), welches wol später durch den Fortschritt der Wissenschaft überholt wurde, aber Zeugniß von dem Fleiße und dem Kenntnißreichthum des Verfassers gibt. Es folgten „Weisheitssprüche und Witzreden aus Hamann’s und Kant’s Schriften“ (1828) und „J. Paul Richter’s Weisheitsreden“ (1834). Daneben hatte R. einen Auszug aus der dem Heinrich von Veldeck zugeschriebenen Erzählung über Herzog Ernst von Bayern (1818) und auch ein „Handwörterbuch der deutschen Sprache“ (1830), sowie eine „Geschichte der Studienanstalt zu Amberg“ (1832) veröffentlicht. Im J. 1834 in Ruhestand getreten, siedelte er nach München zu seinem Freunde Th. Siber um, wo er sich die Gelegenheit nicht entgehen ließ, die Vorlesungen Schelling’s zu besuchen. Er veröffentlichte noch „Geschichte der Philosophie bei den Katholiken in Altbaiern, bairisch Schwaben und bairisch Franken“ (1835). Ein Nervenschlag endete plötzlich sein Leben.

Neuer Nekrolog d. Deutschen, Jahrg. 1838, I, S. 195.