ADB:Sartorius, Christoph Friedrich

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Artikel „Sartorius, Christoph Friedrich“ von Julius August Wagenmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 381–382, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Sartorius,_Christoph_Friedrich&oldid=- (Version vom 25. Juni 2019, 16:20 Uhr UTC)
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Sartorius: Christoph Friedrich S., lutherischer Theolog des 18. Jahrhunderts, geboren am 22. October 1701 zu Ober-Iflingen, Oberamts Alpirsbach, im Herzogthum Württemberg, † am 9. December 1785 zu Tübingen. – Als Sohn des Pfarrers Johann Friedrich S. genoß er zuerst den Privatunterricht seines Vaters, besuchte dann die Lateinschule zu Herrenberg, später das Gymnasium zu Stuttgart, wurde 1718 in das Tübinger Stift aufgenommen und 1719 Magister. Seine theologischen Lehrer waren besonders Pfaff, Hofmann, J. R. Osiander und Weismann. Nach Vollendung seines Studiums und nach wohlbestandenem Examen wurde er zunächst 1721 ff. Pfarrvicar in Nehren und Ludwigsburg, dann 1728 Repetent in Tübingen, 1729 Diaconatsverweser zu Neustadt a. d. L., 1730 Stadtvicar zu Stuttgart. 1733 ging er als Klosterpräceptor und Prediger nach Bebenhausen, eine Stelle, die er 15 Jahre lang bekleidete, 1747 aber mit der eines Stadtpfarrers und Specialsuperintendenten in Ludwigsburg vertauschte. Von da wurde er 1755 nach dem Tode des Prof. Klemm († am 4. October 1754) nach Tübingen berufen als Professor der Theologie, zweiter Frühprediger und Superattendent des Stifts. Im J. 1756 zum Dr. theol. promovirt, rückte er 1772 in die Stelle des Decans, ersten Professors der Theologie und Vicekanzlers auf und wurde 1779 nach dem Tode Cotta’s Kanzler der Universität und Propst an der Stiftskirche. Alle seine verschiedenen Aemter verwaltete er mit großer Treue und Sorgfalt. Als theologischer Docent las er vorzugsweise Dogmatik, zuerst nach Jäger’s Compendium, dann nach seinem eigenen Lehrbuch; daneben evangelische Geschichte und Synopse nach Bengel, Polemik nach Baumgarten und Köcher, Symbolik oder Einleitung in die symbolischen Bücher, Hermeneutik, Homiletik, Katechetik und Anderes. Er besaß nach dem Urtheil seiner Zeitgenossen „die Gabe einer ungemeinen Leichtigkeit in docendo“ und wußte in den verschiedenen Fächern, die er las, sein Pensum auf die gesetzliche Zeit hin zu absolviren. Besondere Gründlichkeit und Tiefe der Gedanken war nicht seine Sache und der jüngeren Generation, die in den Anschauungen des 18. Jahrhunderts großgeworden, erschien er als einer der letzten, aber auch steifsten und dürrsten Vertreter der alten scholastischen Orthodoxie, den Ideen und Studien der Gegner zu spröde gegenüberstehend, um eine nachhaltige Wirkung üben zu können. – [382] Von seinen Schriften ist die bedeutendste sein „Lehrbuch der lutherischen Dogmatik“, das eine Zeit lang als officielles Compendium in Tübingen galt, bis es später durch das Storr’sche Lehrbuch verdrängt wurde. Es erschien zuerst unter dem Titel: „Positiones theologicae in usum praelectionum dogmaticarum“, 1764 und 1766, dann in erweiterter Gestalt als „Compendium theologiae dogmaticae“, 1777 und 1782. Außerdem gab er verschiedene theologische Dissertationen, eine „Theologia symbolica“ in 3 Theilen 1770, eine Schrift über das Hohelied („Vindiciae Cantici C.“, 1763), Predigten und Leichenreden heraus. –

Ein ausführliches Verzeichniß seiner Schriften gibt Meusel, Lexikon verstorbener deutscher Schriftsteller XII, 42 ff.; – Gel. Teutschland III, 334. – Außerdem ist zu vergleichen Hirsching-Ernesti, Handbuch X, 2, S. 117 ff. – Bök, Klüpfel, Weizsäcker, Geschichte der Universität und theol. Facultät in Tübingen. – Gaß, Geschichte der Dogmatik, Bd. IV, S. 113 ff.