ADB:Schaper, Karl Julius Heinrich

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Artikel „Schaper, Karl Julius Heinrich“ von Richard Hoche in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 576, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schaper,_Karl_Julius_Heinrich&oldid=- (Version vom 18. Juli 2019, 01:17 Uhr UTC)
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Schaper: Karl Julius Heinrich S., Philologe und Schulmann des 19. Jahrhunderts. Er wurde in Elbing als Sohn eines dortigen Arztes am 15. März 1828 geboren, kam schon mit 7½ Jahren auf das vaterstädtische Gymnasium, welches er 16jährig 1844 verließ, und studirte dann in Halle und von 1846 an in Berlin, vornehmlich unter Boeckh’s Leitung, Philologie. Eine Verwundung, welche er hier bei zufälligem Ueberschreiten der Straße am Abend des 18. März 1848 erhielt, unterbrach zeitweilig seine Studien; nachdem er dieselben dann noch ein Jahr lang in Berlin fortgesetzt hatte, ging er Neujahr 1850 nach Königsberg, hörte hier noch Lobeck und Lehrs, dem er besonders nahe trat, und legte dann die Prüfung pro facultate docendi ab, wurde auch auf Grund seiner Dissertation „De duobus primis hexametri latini ordinibus“ zum Doctor promovirt. (Die Fortsetzung „De hexametri latini tertio ordine“ erschien erst 1862.) Nachdem er dann das Probejahr am Gymnasium in Danzig, wo sein Vater damals Medicinalrath an der Regierung war, abgelegt und gleichzeitig dort seiner Militärpflicht genügt hatte, wurde er von 1851–1853 als wissenschaftlicher Hilfslehrer am Collegium Fridericianum in Königsberg beschäftigt, dann dem Gymnasium zu Tilsit überwiesen, wo er auch nach einiger Zeit fest angestellt wurde. Schon damals wurde dem jungen, hervorragend tüchtigen Lehrer vorzugsweise der Unterricht in den obersten Klassen, namentlich der lateinische in einer Prima übertragen. 1858 wurde er als ordentlicher Lehrer an das Altstädtische Gymnasium in Königsberg, 1861 als erster Oberlehrer an das Gymnasium in Insterburg berufen, Michaelis 1864 zum Director des königl. Gymnasiums in Lyck ernannt. Die reichen Erfolge seiner Wirksamkeit in diesen verschiedenen Aemtern lenkten die Aufmerksamkeit der Schulverwaltung auf ihn, als es sich im Sommer 1868 um die Besetzung des Directorates am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium in Posen handelte; er übernahm die Leitung dieser großen, unter besonders schwierigen örtlichen Verhältnissen stehenden Anstalt im Herbste des genannten Jahres. Auch hier war aber seines Bleibens nicht; bereits im Juli 1872 wurde er in das Directorat des königl. Joachimsthal’schen Gymnasiums in Berlin berufen. Die ihm hier zufallende Arbeit war von besonderer Wichtigkeit, indem es sich nicht bloß um die Leitung eines eigenartigen, mit einem großen Alumnat verbundenen Gymnasiums handelte, sondern S. auch die Aufgabe gestellt wurde, die Verlegung der Anstalt in ein neu zu erbauendes Gebäude außerhalb der Stadt vorzubereiten und zu leiten. Sein ausgezeichnetes Verwaltungsgeschick hat ihn diesen schwierigen Auftrag in glücklichster Weise lösen lassen: die ihm zustehende maßgebende Mitwirkung bei der baulichen Anlage gab ihm die Möglichkeit, die räumliche Veränderung zu einer durchgreifenden Umgestaltung und Erweiterung der Anstalt zu benutzen. Es war der Höhepunkt seines Lebens, als am 22. October 1880 Kaiser Wilhelm I. das Joachimsthal besuchte und ihm persönlich Seinen Dank und Seine Anerkennung für das der Stiftung der Hohenzollern Geleistete aussprach. – S. starb an einem Herzleiden am 6. October 1886. – Seine wissenschaftliche Thätigkeit hat sich vorwiegend auf die Gedichte des Vergilius bezogen; außer einer größeren Zahl von Abhandlungen und Aufsätzen, die er in Zeitschriften und Schulprogrammen veröffentlichte, erwarben ihm namentlich die Neubearbeitungen von Ladewig’s Vergil, die er seit 1874 besorgte, Anerkennung.

Scholz, Gedächtnisrede auf K. S. 1886. – P. Stengel, Nekrolog K. Schapers in der Berliner Zeitschrift für Gymnasialwesen, 1887, Bd. 41, S. 309–326.