ADB:Scherlitz, Johann Valentin

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Artikel „Scherlitz, Johann Valentin“ von Hans Michael Schletterer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 31 (1890), S. 119–120, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Scherlitz,_Johann_Valentin&oldid=- (Version vom 15. September 2019, 11:00 Uhr UTC)
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Scherlitz: Joh. Valentin S., starb als Kammermusikus und Hoforganist des Herzogs Ernst Friedrich in Gotha 1793. Er war geboren in Gossel im Gothaischen und hatte das Glück, schon in früher Jugend in dem vortrefflichen, s. Z. hochangesehenen Joh. Pet. Kellner, Cantor und Organist zu Gräfenrode in Thüringen (s. A. D. B. XV, 590) einen strengen und sehr tüchtigen Lehrer zu finden. Dieser J. P. Kellner galt als einer der gewandtesten Fugisten dieser an derartigen Künstlern nicht armen Periode. Zu einem sehr braven Fugenspieler bildete er auch den jungen S. heran. Derselbe erhielt schon im 19. Jahre eine [120] Schulmeister- und Organistenstelle im Hessischen, trat dann in die Dienste eines zu jener Zeit in Ohrdruf residirenden Fürsten von Hohenlohe, eines großen Musikfreundes, der ihn zunächst zum Director seines Hautboistenchors ernannte, dann aber, da er auch große Befähigung zum Geigenspiele bethätigte, beim Capellmeister Georg Benda in Gotha im Clavier- und Violinspiele auf seine Kosten weiter ausbilden ließ. Der talentvolle Schüler machte so bedeutende Fortschritte, daß ihn der Herzog als Geiger in seine Hofcapelle aufnahm. In der Folge erhielt er dann auch noch die Anstellung als Hoforganist. Man rühmte sehr seine Brauchbarkeit und Geschicklichkeit im Violin- und Clavierspiele, beides in der soliden Schule Benda’s erworben. Auch als gründlicher Componist zeichnete er sich aus, doch blieben seine Werke ungedruckt. Er schrieb u. a. mehrere Kirchencantaten, ein Streichquartett, einige Violintrios und Claviersonaten und VI Trio über Choralthemen für Orgel.