ADB:Stegmayer, Karl

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Artikel „Stegmayer, Karl“ von Franz Brümmer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 35 (1893), S. 566–567, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Stegmayer,_Karl&oldid=3459939 (Version vom 15. Dezember 2018, 03:11 Uhr UTC)
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Stegmayer: Karl St., der älteste Sohn des Schauspielers Matthäus St. (s. o. S. 565), wurde am 12. Jan. 1800 in Wien geboren und beendete daselbst auch seine Studien. Als Zögling der Hochschule hatte er sich bei der Polizei dadurch mißliebig gemacht, daß er einer ganz harmlosen Vereinigung der Studenten beigetreten war, die aber unter den Wiener Verhältnissen in jener Zeit zu einer „Studentenverschwörung“ aufgebauscht worden war, und St. hielt es darum für das Beste, sich dem Gesichtskreise der Polizei zu entziehen. Er wandte sich nach Galizien und dem Gebiete des damaligen Freistaats Krakau und wirkte hier theils als Hauslehrer, theils als Privatbeamter. Der Besuch des berühmten Salzbergwerks Wieliczka in Galizien erweckte in ihm den Wunsch, sich dem bergmännischen Berufe zu widmen, und so trat er als Zögling in die Bergakademie zu Schemnitz ein. Bald hätte er zum zweiten Male sich den Eintritt in den Staatsdienst versperrt, da er wegen Gründung eines Vereins von Gleichgesinnten, besonders aber wegen freimüthiger bergmännischer Lieder in Untersuchung gezogen und zu mehrwöchentlicher Haft verurtheilt worden war, und nur mit großer Anstrengung gelang es ihm, 1827 als Conceptspraktikant in der montanistischen Abtheilung der allgemeinen Hofkammer aufgenommen zu werden. Hier blieb er bis 1843, in welchem Jahre er auch seinen „Grundriß einer populären Bergwerkskunde. Zum Selbstunterricht“ veröffentlichte. Nach einer größeren Reise durch Preußen, Sachsen und Ungarn wurde er Concipist bei dem k. k. Salinen-Oberamte in Gmunden, von wo er 1849 nach Tirol versetzt ward. Seine Betheiligung im liberalen Sinne an der politischen Bewegung des Jahres 1848, sowie die Herausgabe zweier Schriften („Was vom Staate zu wissen, dem ganzen Volke nöthig. Freier Vortrag, gesprochen im Volksverein zu Gmunden“, 1850; „Die Bergbaufrage. Ein Versuch zu ihrer Beantwortung vom Standpunkte der National-Oekonomie, Finanzen und Politik“, 1851) veranlaßte die Staatsbehörde in der Reactionsperiode, St. 1851 ohne Pension zu entlassen. Zwar gelang es St., eine private Anstellung als Berg- und Hüttenamtsdirector zu Schladming in Steiermark zu finden, doch als er dieselbe nach einigen Jahren ohne seine [567] Schuld verlor, sah er sich genöthigt, die schriftstellerische Thätigkeit zu ergreifen. Da ihm dieselbe aber kaum das tägliche Brot eintrug, so war der Tod wirklich eine Erlösung für ihn: er starb am 10. Mai 1862 in Wien. Die poetischen Arbeiten Stegmayer’s sind sehr zahlreich, aber nur die wenigsten sind durch den Druck veröffentlicht. Diese sind: „Probirnadeln. Fünf Erzählungen“ (1828); „Klänge aus der Teufe. Bergmännische Gedichte und Aphorismen“ (1836); „Dramatische Dichtungen. 1. Band [Bibor, der Assassinenfürst. – Die letzten Johanniter auf Rhodus]“ (1836); „Die Schlacht bei Esseg. Histor. Schauspiel in 4 A.“ (1843); „Die Radicalen“ (1846); „Novellen und Novelletten“ (1847). Andere dramatische Stücke, meist auf Sensation berechnet, wie „Der Räuber und sein Kind“; „Seeräuberrache“; „Witekind“; „Das Mutterherz“ u. a. gelangten auf verschiedenen Bühnen zur Aufführung.

Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich XXXVII, 324 ff.