ADB:Stenbeke, Petrus

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Stenbeke, Petrus“ von Adolf Hofmeister in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 36 (1893), S. 44, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Stenbeke,_Petrus&oldid=- (Version vom 13. November 2019, 07:16 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Sten, Simon
Band 36 (1893), S. 44 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Petrus Stenbeke in der Wikipedia
GND-Nummer 138534217
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|36|44|44|Stenbeke, Petrus|Adolf Hofmeister|ADB:Stenbeke, Petrus}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=138534217}}    

Stenbeke: Petrus St. (Steenbeke, de Steynbeke), erster Rector der Universität Rostock. Von seinem Leben und Wirken sind nur sehr dürftige Nachrichten erhalten. Im Sommer 1396 wird er zu Erfurt immatriculirt, bekleidet im W.-S. 1415–1416, jetzt magister in artibus et sacrae theologiae baccalarius formatus, als 45. in der Reihe das Rectorat der Universität und folgt dann mit einer größeren Anzahl Erfurter Doctoren und Magister dem Rufe an die neuzugründende Universität Rostock. Am 12. November 1419 wird er vom Bischof von Schwerin, dem Abt von Doberan, dem Rostocker Archidiaconus, dem Pfarrherrn zu St. Marien in Rostock und dem Rostocker Bürgermeister Heinrich Katzow zu deren erstem Rector bestellt. Im W.-S. 1420–1421 verwaltete er dann noch das Decanat der philosophischen Facultät. Das ist alles, was über ihn feststeht, wenn nicht vielleicht der im Liber decanorum facultatis philosophicae Universitatis Pragensis (Prag 1830) p. I, 329 verzeichnete, am 15. December 1397 in die Liste der Baccalaureanden aufgenommene Petrus Steynbut mit ihm identisch sein sollte. Auch von seinem wissenschaftlichen Wirken ist nur eine einzige geringe Spur auf uns gekommen, eine 1417 gestellte „Questio pro quotlibeto: Utrum quelibet intellectiva … suam essenciam intelligat“. Seine Heimath ist nirgends genannt; nur aus der Form des Namens geht hervor, daß er ein Niederdeutscher war und die Höhe der von ihm gezahlten Immatriculationsgebühr, 12 Groschen – in demselben Semester entrichtet nur noch ein Merseburger Domherr dasselbe – rückt ihn in die Stufe des städtischen Patriciats und des Landadels. Der Name Stenbeke kommt um jene Zeit überall vor, in Pommern, in Mecklenburg, in Lübeck, in Hamburg, in Magdeburg; 1402 besitzt Hermann St. aus der Pommerschen Vasallenfamilie einen Antheil an Bülow bei Güstrow, ein Engelbert St., wahrscheinlich nach dem gleichnamigen Dorfe bei Doberan benannt, kommt von 1350–1367 als angesehener Bürger zu Rostock mit Besitz im Dorfe Wendisch-Kussewitz vor. Am 2. April 1372 kaufen der Rostocker Bürger Peter Steinbeck und der Bürgermeister Gerwin Wilde, vermuthlich der Sohn und der Schwiegersohn Engelbert’s, dem Landesherren Herzog Albrecht seine sämmtlichen Rechte über erwähntes Dorf ab. Gehört unser Petrus St. dieser zuletzt genannten Familie an, so erklärt es sich leicht, daß gerade ihm vor seinen weit bekannteren Collegen Heinrich Toke und Heinrich von Geismar (der in Erfurt schon zweimal Rector, einmal Vicerector gewesen war) die Auszeichnung zu Theil ward, die neue Hochschule zu inauguriren.

Die Matrikeln der Universitäten Erfurt und Rostock. – Schum, Beschreibendes Verzeichniß der Amplonianischen Handschriften-Sammlung zu Erfurt. Berlin 1887. S. 494 (Quarto Nr. 236, 6).