ADB:Stisser, August

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Artikel „Stisser, August“ von Paul Tschackert in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 36 (1893), S. 259–260, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Stisser,_August&oldid=- (Version vom 23. April 2019, 08:41 Uhr UTC)
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Stisser: August St., braunschweigischer Generalsuperintendent, † 1741. St. wurde am 13. September 1671 zu Oebisfelde im Herzogthum Magdeburg geboren, studirte zu Erfurt und Leipzig Philosophie und Theologie, und erwarb sich auf letztgenannter Universität die Magisterwürde. Nachdem er durch Reisen nach Wittenberg, Berlin und Halle die bedeutendsten Theologen und Kirchenmänner kennen gelernt hatte, kam er 1699 durch Familienbeziehungen ins Braunschweigische und wurde 1702 Prediger in der Auguststadt, zu St. Johannis, zu Wolfenbüttel. 1712 siedelte er als Generalsuperintendent und Pastor primarius nach Gandersheim über, 1723 wurde er von da als Superintendent der braunschweigischen Kirchen und Schulen und als erster Beisitzer des geistlichen Gerichtes nach Braunschweig berufen. 1726 wurde er erster Generalsuperintendent von Braunschweig und den drei auswärtigen Inspectionen zu Campen, des Gerichts Eich und der Stadt- und Phaldörfer. 1734 rührte ihn der Schlag und lähmte ihn. Er starb am 21. Mai 1741. – Seine Wirksamkeit in Wolfenbüttel fiel in die Zeit, als die Prinzessin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel, die spätere Kaiserin, 1708 katholisch wurde. St. hat sich in dieser, für die evangelische Geistlichkeit des Landes recht schweren Stellung mit protestantischer Charakterfestigkeit betragen und in seinen Aemtern ernstlich beigetragen, daß die braunschweigische Kirche aus dem katholikenfreundlichen Fahrwasser der calixtinischen Theologie und Kirchenpolitik, wieder in entschieden lutherische Bahnen gelenkt wurde. Mit besonderer Sorgfalt hat er deshalb auch in der unten zu erwähnenden Schrift die 200jährige Feier der Einführung der Reformation in Braunschweig beschrieben. In derselben gab er unter anderem auch die Lebensbeschreibungen der braunschweigischen Prediger bis auf seine Zeit. Ein Exemplar dieses Werkes hat später der im J. 1791 verstorbene Stadtsuperintendent Friedr. Wilhelm Richter handschriftlich fortgesetzt, indem er die Biographien des geistlichen Ministeriums bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts fortführte. Dieses Exemplar hat er der geistlichen Bibliothek in Braunschweig mit der Bedingung vermacht, dasselbe bei jeder eintretenden Veränderung zu ergänzen. Das ist bis jetzt geschehen. (Vgl. Joh. Beste S. 515.) Veröffentlichungen [260] Stisser’s: „Dissertatio de quaestione morali an liberis contra parentes injustos vitae eorum aggressores cum parentum morte se defendere liceat“ (1696). – „Inthronisationspredigt“. Gandersheim 1713. – „Christus als der rechte Altar der Christen“. (Predigt, Braunschweig 1722.) – „Augustum Reformationis Brunsvicensis Mnemosynon oder vollständige Acta des Special-Jubiläi der Stadt Braunschweig“ (Braunschweig 1728, 4°). – „Programma de causis infamiae qua premuntur hodie plerumque scholae“ (Braunschweig 1733). – Leichenpredigten, ihrer etwa zehn, einzeln gedruckt. – Sein Bild befindet sich in dem eben citirten Reformationsgedächtniß der Stadt Braunschweig (1728).

Zu vgl. Zedler, Universallexikon Bd. 40, Sp. 204–207. (1744, Folio.) – Johannes Beste, Geschichte der braunschweigischen Landeskirche S. 328 f. Wolfenbüttel 1889, und an vielen andern Stellen dieses Werkes. Vgl. S. 729 daselbst sub voce Stisser.