ADB:Struck, Hieronymus Johann

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Artikel „Struck, Hieronymus Johann“ von Theodor Pyl in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 36 (1893), S. 639–640, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Struck,_Hieronymus_Johann&oldid=- (Version vom 25. August 2019, 16:06 Uhr UTC)
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Struck: Hieronymus Johann St., Buchdrucker, stammte aus einer für die Typographie bis auf die Gegenwart hochverdienten Familie, und war der Sohn des zu Lübeck im J. 1720 verstorbenen Buchdruckers Samuel St., welcher aus Ratzeburg gebürtig war; ein Verwandter desselben, Mich. Ant. St., übte dieselbe Kunst in Wernigerode im J. 1740. In Greifswald (1739) als akademischer Buchdrucker angestellt, vervollkommnete St. die dortige Officin mit Hülfe des ihm befreundeten Breitkopf in Leipzig, und war dann bis zum Jahre 1759 eifrig für die Herausgabe gelehrter Schriften thätig, namentlich für die umfangreiche Pom. Lehnshistorie von A. G. Schwarz, 1740 (1500 S.), sowie für die von Dähnert besorgte Ausgabe von dessen Geschichte der Pom. Städte, 1755 (888 S.). Auch leitete er den Druck der von Dähnert in Greifswald herausgegebenen Zeitschriften, Pom. Bibliothek und Kritische Nachrichten (1752–56). Dessen ungeachtet gerieth er mit der Universität, namentlich mit dem Juristen Aug. Balthasar (s. A. D. B. II, 29), in Streit, weil er angeblich den Druck der akademischen Schriften über der Förderung des eigenen Verlages versäume, und siedelte infolgedessen (1759) nach Stralsund über, wo er die Aemter eines Raths- und Regierungs-Buchdruckers unter sehr günstigen Bedingungen vereinigte. Nach seinem Tode, am 2. Februar 1771, übernahm sein jüngerer Sohn Joh. Franz St. (1774) die Officin in Stettin, welche er bis 1790 führte, der ältere Sohn, Christian Lorenz Struck, geboren 1741, stand dagegen der vom Vater vererbten Raths- und Regierungsdruckerei bis zu seinem Tode im J. 1793 vor, und ihm folgte sein Sohn Johannes St., geboren 1775, bis zu seinem [640] Tode im J. 1809. Die Stettiner Officin ging später (1809–29) auf den Sohn von Joh. Franz, Karl Wilhelm St., und dann auf dessen Neffen Hessenland über, die Stralsunder Officin führte dagegen den Namen Struck weiter, indem sie sich von Johannes auf dessen Sohn Ferdinand (1809–78), sowie den Enkel Ferdinand und Urenkel Dr. Ferdinand St. vererbte, so daß sich dieselbe seit sechs Generationen fortgesetzt in derselben Familie befindet. Von gelehrten Werken, die aus ihr hervorgingen, sind besonders erwähnenswerth: Dähnert’s Pom. Landesurkunden in sieben starken Foliobänden (1782–1802); Mohnike, Sastrow’s Leben (1823) und Strals. Chron. I (1833); außerdem hat Struck’s Druck und Verlag durch die Herausgabe der Pom. Prov.-Kalender, der Reg.-Patente und des Amtsblatts, der Wochenschrift Sundine (1828–48) und der bis auf die Gegenwart geführten Redaction der Stralsunder Zeitung, sowie durch seine lithographische Anstalt einen wesentlichen Einfluß auf die pom. Litteratur und Cultur geübt.

Mohnike, Gesch. der Buchdruckerkunst, 1840, S. 23 ff., 60 ff., 80–83, und außerdem die betr. Büchertitel u. Personalkenntniß.