ADB:Stwrtnik, August Freiherr von

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Artikel „Stwrtnik, August Freiherr v.“ von Carl von Duncker in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 37 (1894), S. 97–98, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Stwrtnik,_August_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 11. Dezember 2019, 05:44 Uhr UTC)
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Stwrtnik: August Freiherr v. St., k. k. Feldmarschalllieutenant und Ritter des Maria-Theresienordens, geboren am 14. September 1790 zu Prag, † am 9. December 1869 zu Radkersburg. Ein Sohn des am 24. October 1841 zu Ofen verstorbenen Feldmarschalllieutenants August Frhrn. v. St. trat er am 8. April 1805 als Unterkanonier in das 2. Artillerieregiment, wurde nach dem Kriege zum Cadeten im Bombardiercorps ernannt und im Feldzuge 1809 wegen seines tapferen Verhaltens zum Unterlieutenant befördert. Er rückte durch alle Chargen bei verschiedenen Artillerieregimentern bis zum Major (1834) vor, wurde 1839 Oberstlieutenant und am 29. Mai 1843 Oberst und Regimentscommandant beim 4. Artillerieregiment. Im J. 1848 marschirte er mit dem Reservecorps unter FZM. Graf Nugent nach Italien. Nach der Vereinigung des Reservecorps mit der Hauptarmee in Verona wurde Oberst St. zum Feldartilleriedirector der Armee ernannt. Beim Angriff aus Vicenza (10. Juni) zeichnete er sich durch die außerordentliche Umsicht aus, mit welcher er eine Batterie placirte, durch deren Feuer die Capitulation der Stadt wesentlich beschleunigt wurde. Am 19. Juni wurde er zum Generalmajor befördert. In der Schlacht von Custoza (25. Juli) übernahm St. persönlich die Leitung einer bei Casa Pietà aufgestellten Batterie, vertrieb durch deren Feuer die Piemontesen aus den Häusern von La Bagolina, wodurch das entscheidende Vordringen der Brigade Edmund Schwarzenberg auf die Höhe von Custoza wesentlich erleichtert ward. Im Feldzuge des Jahres 1849 zeichnete sich der Feldartilleriedirector in der Schlacht von Novara (23. März) durch seine umsichtigen Anordnungen neuerdings aus und wurde vom FM. Grafen Radetzky in den Berichten stets unter den hervorragend Ausgezeichneten seines Hauptquartiers genannt. Der Feldmarschall äußerte sich u. a. über St. wie folgt: „GM. Baron St. war überall in der Schlacht, wo seine Waffe seiner belebenden Gegenwart benöthigte, und auch die Truppe folgte gern seinem erfahrenen Blicke.“ Das Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresienordens und das Commandeurkreuz des Leopoldordens wurden St. für seine hervorragenden Verdienste in den beiden italienischen Feldzügen zu theil. Zu dieser Anerkennung seiner Verdienste trat noch die Ernennung zum Inhaber des 5. Feldartillerieregiments (10. Juni 1850) und später 1858 jene zum Geheimen Rathe. Als der Krieg des Jahres 1859 ausbrach, blieb St., beinahe 70 Jahre alt, aber geistig und körperlich noch immer rüstig, in der Stellung des Feldartilleriedirectors bei der operirenden Armee. Seiner umsichtigen Leitung der Artillerie bei Magenta, sowie seinen übrigen hervorragenden Leistungen seit Beginn des Feldzuges wurde durch die Verleihung des Ordens der eisernen Krone 1. Classe die verdiente Anerkennung zu theil. Nach dem Feldzuge trat er mit 1. October 1859 in den Ruhestand. Er verlebte die Zeit der Muße zu Graz und Radkersburg, in welch’ letzterem Orte er, nahezu 80 Jahre alt, starb.

Geistvoll, rastlos thätig, war er streng im Dienste und besaß bei seltenem Scharfblicke ein ausgesprochenes Organisirungstalent. Radetzky wußte dasselbe im vollen Umfange zu würdigen. Die Befestigungen, welche in Pola, in den italienischen Provinzen und an den Küsten Dalmatiens zu jener Zeit ausgeführt wurden, waren von St. beantragt worden. Ein ruhmvoller Veteran, dessen Name mit der Erinnerung an das Jahr 1809 verknüpft ist, hat St. in den [98] Feldzügen eines halben Jahrhunderts mitgekämpft und oft durch die vorzügliche Verwendung seiner Waffe die Entscheidung der Schlacht günstig beeinflußt.

K. und k. Kriegs-Archiv, Standesacten. – Wurzbach, Biogr. Lex. des Kaiserthums Oesterreich, Bd. 40. – Strack, Die Generale der österr. Armee. – Hirtenfeld, Der Militär-Maria-Theresienorden u. seine Mitglieder, 2. Bd. – Wiener Zeitung 1869, Nr. 292.