ADB:Suckow, Albert von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Suckow, Albert von“ von Theodor Schön in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 37 (1894), S. 107–109, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Suckow,_Albert_von&oldid=- (Version vom 7. Dezember 2019, 19:22 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Suckow, Karl Adolf
Nächster>>>
Suckow, Emma von
Band 37 (1894), S. 107–109 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Albert von Suckow in der Wikipedia
GND-Nummer 117365718
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|37|107|109|Suckow, Albert von|Theodor Schön|ADB:Suckow, Albert von}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=117365718}}    

Suckow: Albert Heinrich Wilhelm Ludwig Anton Karl v. S., geboren am 18. December 1828 in Ludwigsburg, Sohn von Karl v. S. (s. u. S. 111), besuchte zunächst die Polytechnische Schule in seiner Vaterstadt, trat im April 1845 in die Officiersbildungsanstalt Ludwigsburg ein. Am 9. October 1848 [108] wurde er zum Lieutenant im 8. Infanterieregiment ernannt, am 24. October 1853 zum Oberlieutenant befördert und am 23. Juli 1855 in den Generalquartiermeisterstab versetzt. Am 9. Mai 1859 kam er unter Beförderung zum Hauptmann ins Hauptquartier des Bundesarmeecorps. Als Hauptmann in der taktischen Abtheilung des Generalquartiermeisterstabs wurde er später mit der Leitung der Kriegsschule beauftragt. Am 19. März 1866 wurde er Major. Während des Feldzugs von 1866 war er Militärbevollmächtigter im Hauptquartier des Prinzen Karl von Baiern und nahm an den Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen mit Preußen theil. Am 14. Mai 1867 wurde er Oberstlieutenant und Adjutant des Kriegsministers Frhrn. v. Wagner, welchen er bei der Einführung des preußischen Heeressystems in Württemberg thatkräftig unterstützte. Am 13. April 1868 wurde er Oberst und Chef des Generalstabes und am 17. Januar 1870 Generalmajor und Generalquartiermeister. Am 23. März 1870 wurde er für den in den Ruhestand getretenen Kriegsminister Frhrn. v. Wagner zum Chef des Kriegsdepartements ernannt. Als solcher bewältigte er mit großem Geschick die Schwierigkeiten, welche ihm beim Antritt seines neuen Amtes entgegentraten, und hatte die Freude zu sehen, daß die württembergischen Truppen bei dem bald darauf mit Frankreich ausgebrochenen Kriege ihrer Aufgabe gewachsen waren. Beim Beginn desselben zum Generalgouverneur von Württemberg ernannt sorgte er aufs eifrigste für die Sicherheit des Landes, die Ausbildung der Ersatztruppen, für Nachschub an Personal und Material an die im Felde stehenden Truppen. Auf seine Veranlassung wurde insbesondere eine „fliegende Colonne“ unter dem Commando des Obersten v. Seubert nach dem südlichen Schwarzwald entsandt, was zur Beruhigung der aufgeregten Bevölkerung in jenen von Truppen entblößten badischen Landestheilen wesentlich beitrug. Am 19. Juli 1870 wurde er Generallieutenant und Kriegsminister. Zur Führung der Unterhandlungen über den Eintritt Württembergs in den Norddeutschen Bund und den Abschluß der Militärconvention wurde er im September 1870 mit dem damaligen Justizminister v. Mittnacht als württembergischer Vertreter nach Versailles geschickt. Am glücklichen Abschluß der am 21. bis 25. November 1870 ratificirten Verträge, welche die Gründung des Deutschen Reiches mit sich führten, hatte v. S. hervorragenden Antheil. Vom Könige wurde er hierfür unter dem 30. December 1870 mit dem Großkreuz des Friedrichsordens mit Schwertern ausgezeichnet. Auch erhielt er nach dem Friedensschlusse aus den durch das Reichsgesetz vom 22. Juni 1871 bereit gestellten Mitteln eine Dotation. In den auf den Friedensschluß folgenden Jahren vollzog er in denkbar kürzester Frist die Neuaufstellunsg von Commandobehörden und Truppentheilen, die Beschaffung von Geschützen, Waffen und Munition, Feldgeräth, Bekleidung und Ausrüstung, die Um- und Neubauten von Kasernen und Spitälern. Im September 1874 bat er um seinen Abschied und wurde am 13. September 1874 der Verwaltung des Kriegsministeriums in Gnaden enthoben und mit Pension zur Disposition gestellt, erhielt auch in Anerkennung der geleisteten ausgezeichneten Dienste das Großkreuz des Ordens der württembergischen Krone verliehen. Seit seiner Pensionirung lebte er in Baden-Baden, wo er am Anfang der achtziger Jahre sich am Fuße des alten Schlosses durch den Architekten Fuchs in Stuttgart eine schöne Villa hatte erbauen lassen. Am 14. April 1893 endigte eine Unterleibsentzündung in Baden-Baden sein Leben, nachdem er noch am 17. November 1890 den Rang eines Generals der Infanterie erhalten hatte.

S. war auch als Schriftsteller thätig und veröffentlichte 1869 in Stuttgart gegenüber der Schrift von Arkolay: „Der Anschluß Süddeutschlands an Preußen sein sicherer Untergang in einem französisch-preußischen Krieg“ eine [109] mannhaft und überzeugend geschriebene Flugschrift: „Wo Süddeutschland Schutz für sein Dasein findet“. Ein ehrendes Zeugniß seiner Verdienste für die deutsche Sache hat dem Verstorbenen Kaiser Friedrich in seinem Tagebuch (Abschnitt I) ausgestellt.

Staatsanzeiger f. das Königr. Württemberg 1893, Nr. 89, S. 659. – Schwäbische Chronik, 1893, Nr. 87, Abendbl., S. 784. – Neues Tagblatt 1893, Nr. 88, 1. Blatt, S. 2; Nr. 89, 1. Blatt, S. 2–3. – Militär-Wochenblatt 1893, Nr. 41, S. 1118–1122. – Oskar Jäger, Versuch einer Darstellung neuester Geschichte, 1875, Bd. III, S. 243.