ADB:Suyderhof, Jonas

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Artikel „Suyderhoef, Jonas“ von Joseph Eduard Wessely in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 37 (1894), S. 246, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Suyderhof,_Jonas&oldid=- (Version vom 22. Juli 2019, 02:27 Uhr UTC)
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Suyderhoef: Jonas S., vorzüglicher Zeichner und Kupferstecher, geboren in Leiden 1612. Er blieb seinem Vaterlande treu, wo er bei Soutman den Unterricht genoß. Ueber seinen Lebensgang ist nichts bekannt; war doch sein Geburtsjahr bis zur neuesten Zeit unbekannt; desto glänzender ist sein Ruf, als seine Arbeiten allgemein bekannt wurden. Man besitzt von ihm hervorragende Arbeiten und rühmt die historischen Darstellungen ebenso sehr, wie die Wahl der Genrescenen. Sein Hauptwerk liegt in den zahlreichen Blättern, die er für das Bildniß wählte. Der Künstler hat in den dargestellten Bildnissen doppelt deren Schönheit und ihrer Stiche Vorzüglichkeit betont; es sind berühmte Persönlichkeiten einer großen Periode von trefflichen Malern dargestellt, für seine Kunst ausgewählt worden und die Wiedergabe ihrer Stiche ist so gelungen, daß damit ein dreifacher Ruhm gefördert wurde, der Ruhm des Dargestellten, des Malers und des Stechers zugleich. So entstanden gestochene Bildnisse nach van Dyck, Fr. Hals, Rembrandt, Lucas von Leiden, Honthorst, de Kayser, P. Soutman und vieler mehr; viele hat S. auch selbst der lebenden Wirklichkeit entlehnt. Bei den Bildnissen nach Hals, insbesondere von Swalm, ist die treffliche Nachbildung der Behandlung des Malers hervorzuheben. Allgemein bewundert muß auch das Blatt werden, das die vier Bürgermeister von Amsterdam nach dem Gemälde des T. Keyser darstellt und der Friedensschluß zu Münster nach G. ter Burch, der als Hauptblatt gerühmt werden muß. Dasselbe gilt von dem Sturz der gefallenen Engel, welches Blatt aus zwei Theilen besteht und das trefflichste Blatt ist, das nach Rubens gestochen wurde. Große Schönheiten enthalten auch die Genrecompositionen, in denen S. viele Gemälde von A. van Ostade trefflich wiederzugeben verstand. Der Künstler hat stets seine Blätter mehr oder weniger mit der Radirnadel vorgearbeitet und sie dann mit dem Grabstichel vollendet. Diese Arbeitsweise ist Ursache, daß des Meisters erste oder doch frühe Abdrücke von tadelloser Schönheit und Stärke sind, durch mehrere Abdrücke aber bald die Wirkung der Radirnadel einbüßen. Das ganze Werk des Meisters besteht aus 180 Blättern, die den Ruhm des fleißigen Stechers emporheben, da seine Thätigkeit nicht eine große Reihe von Lebensjahren ausfüllte. Viele seiner Blätter sind mit einem Jahre bezeichnet; das letzte wird vom Porträt des A. Bloemaert getragen, es ist 1669, und wol das letzte, das noch die Arbeiten des Meisters bezeugt. Dieser dürfte also 1612 bis 1668 gelebt haben. Vom J. 1631 wird wol seine Arbeit begonnen haben.

Nagler. – Wussin. – Immerzeel. – Kramm.