ADB:Trommer, David

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Trommer, David“ von Max von Waldberg in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 38 (1894), S. 641, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Trommer,_David&oldid=- (Version vom 17. September 2019, 01:40 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Tromm, Abraham
Band 38 (1894), S. 641 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand März 2013, suchen)
GND-Nummer 12226195X
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|38|641|641|Trommer, David|Max von Waldberg|ADB:Trommer, David}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=12226195X}}    

Trommer: David T., deutscher Dichter des siebzehnten Jahrhunderts. Seine Lebensumstände sind dunkel, und es läßt sich nur ermitteln, daß er aus Plauen im Voigtlande stammt, kursächsischer Pfarrer von Baggern und der coadjungirten Parochien Zülsdorf und Buckau war, wo er noch am Ende des Jahrhunderts sein Amt versah. Durch seine persönlichen und litterarischen Beziehungen war es ihm leicht gewesen, die ohnehin nicht schwer erreichbare Würde eines kaiserlichen gekrönten Poeten zu erlangen, zu der ihn seine künstlerischen Leistungen gewiß nicht berechtigen. Die von ihm 1670 zu Dresden herausgegebene „Nickerische Poesie“ betitelte Sammlung geistlicher und weltlicher Gedichte, Lieder und Sonette, verrathen einen solchen Mangel an poetischer Individualität und solche technische Unbeholfenheit, daß sie selbst den sonst nicht anspruchsvollen Zeitgenossen unangenehm auffielen. Während er seinem großen „Landsmanne“ Fleming nachzustreben vermeinte und daher seine unbeholfenen Epigramme mit dem selbstgebildeten Terminus „Sonnettchen“ bezeichnete, wird er von anderen z. B. Haugwitz verspottet und der Gruppe der unfreiwilligen komischen „Reimereißer“ beigezählt. Auch sein opernartiger Versuch eines Drama ecclesiasticum oder geistlichen Singspiels von der Verehelichung Isaaks und Rebeccas (Leipzig 1691), in dem er einen von Frischlin, Culmann u. a. schon ein Jahrhundert vorher behandelten biblischen Stoff zu dramatisiren versucht, kann keinen Beweis für seine poetische Schaffensfähigkeit erbringen, und T. verdient nur als der charakteristische Typus der litterarisch dilettirenden, künstlerisch unvermögenden Geistlichen jener Zeit einige historische Beachtung.

E. Neumeister, Specimen dissertationis … S. 110.