ADB:Veit, Johannes

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Artikel „Veit, Johannes“ von Veit Valentin in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 39 (1895), S. 534–535, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Veit,_Johannes&oldid=- (Version vom 21. Mai 2019, 23:25 Uhr UTC)
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Veit: Johannes V., Sohn des Bankiers Simon V. und seiner Frau Brendel (Veronica, später Dorothea) geb. Mendelssohn (vgl. die Schilderung der Familienverhältnisse unter Philipp V., s. u.), geb. am 2. März 1790. Bei der Trennung der Eltern blieb der damals noch Jonas heißende ältere Sohn beim Vater in Berlin. Kurze Zeit war er als angehender Kaufmann bei Abraham Mendelssohn in Hamburg, widmete sich dann aber der Malerei und ging auf die Akademie in Dresden, wo Matthäi sein Lehrer war. Am 26. Juli 1810 trat er zur katholischen [535] Kirche über: bei der Taufe erhielt er den Namen Johannes. Gegen Ende des Jahres ging er nach Wien und arbeitete bei Professor Fischer, im Februar 1811 sodann, nicht wie er früher beabsichtigt hatte, nach Paris, sondern nach Rom: die von Frau v. Humboldt mitgebrachten Bilder von Schick bewogen ihn dazu. Aber schon in Venedig erfaßte ihn Giovanni Bellini so tief, daß er dieser „Kunst in ihrem schlichten Gewande“, deren bloßes Anschauen ihn mit himmlischem Trost erfüllte, sich mit Entschiedenheit zuwandte. Im April in Rom angelangt, findet er sich von Schick’s Werken wenig befriedigt, um so mehr ist er von Overbeck begeistert, dem er sich aufs engste anschließt, so daß Schick’s bald eintretender Tod ihm keine Lücke riß. Sein Studium wendet sich den Meistern vor Raffael, besonders Perugino zu: eine Copie nach einem Bilde dieses Malers ist die erste bedeutendere Leistung des langsam arbeitenden, nie mit sich zufriedenen Künstlers, dessen Begabung nicht mit den Anforderungen, die er sich stellte, gleichen Schritt hielt. Nach seines Vaters Tode verheirathete er sich mit der später katholisch gewordenen Flora Ries, kehrte nach Rom zurück und lebte dort bis zu seinem Tode (18. Januar 1854) in innigem Verkehr mit Overbeck. Von künstlerischen Leistungen ist nur sein Bild in der Hedwigskirche in Berlin, die Anbetung der Hirten, bemerkenswerth.

Litteratur: vgl. Philipp Veit.