ADB:Voigtel, Nikolaus

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Artikel „Voigtel, Nikolaus“ von Siegmund Günther in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 40 (1896), S. 212, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Voigtel,_Nikolaus&oldid=- (Version vom 15. Oktober 2019, 09:20 Uhr UTC)
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Band 40 (1896), S. 212 (Quelle).
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Voigtel: Nikolaus V., Geometer, geboren 1658 zu Freiberg i. Sachs., † 1714 zu Eisleben. Man weiß von ihm anscheinend nur so viel, daß er Bergbeamter war und längere Zeit die Stelle eines „Zehndners“ in der Grafschaft Mansfeld oder, wie er selbst es ausdrückt, der Mansfelder, Eislebener und Hettstetter Bergwerke bekleidete. Er erwarb sich ein großes Verdienst durch die Herausgabe eines umfänglichen Lehrbegriffes der bergmännischen Geometrie. Freilich irrt er, wenn er in der Vorrede zu seiner „Geometria Subterranera oder Markscheidekunst“ (Eisleben 1688; 2., verm. Aufl. ebd. 1713) sich als den ersten Schriftsteller auf diesem Gebiete bezeichnet, denn schon der Alexandriner Heron löste um 100 v. Chr. einschlägige Aufgaben, und im 16. Jahrhundert legten Agricola und der jüngere Reinhold den Grund zur wissenschaftlichen Behandlung des Markscheidens. Immerhin bedeutet Voigtel’s Lehrbuch einen ganz erheblichen Fortschritt, indem zumal hier erstmalig die Trigonometrie systematisch angewendet wird. V. gibt eine arithmetisch-geometrische Einleitung, wie sie für den Bergmann jener Zeit wohl unerläßlich war, erläutert insbesondere auch Wesen und Gebrauch der Sinustafeln, beschäftigt sich mit den Eigenschaften der Magnetnadel, gibt die gesammte montanistische Terminologie und lehrt den Gebrauch der Instrumente, die er zum Theile wesentlich verbessert hat; sogar die Anlegung von Wasserleitungen in den Gruben wird ausführlich beschrieben. Vor allem aber wird in einem besonderen Capitel den zwischen Bergleuten benachbarter Minen so leicht sich ereignenden Grenzstreitigkeiten Aufmerksamkeit geschenkt und gezeigt, in welcher Weise die Markscheidekunst die oberirdisch gezogenen Grenzen auch unter der Erde wiederzuerkennen gestattet.

Zedler, Großes Universallexikon aller Wissenschaften u. Künste. 50. Bd. Leipzig-Halle a. d. S. 1746, Sp. 319. – C. v. Wolf, Kurzer Unterricht von den vornehmsten mathematischen Schriften. Halle a. d. S. 1727, S. 16.