ADB:Wallenius, Jakob

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Artikel „Wallenius, Jakob“ von Adolf Häckermann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 40 (1896), S. 732, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wallenius,_Jakob&oldid=- (Version vom 26. Juni 2019, 10:38 Uhr UTC)
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Wallenius: Jakob W., im Gebiet der schwedischen und deutschen Litteratur und Geschichte verdient, ward am 13. December 1701[WS 1] zu Hvittinge in Upland geboren und starb am 3. Januar 1819 als Pastor zu Patzig auf Rügen. Nachdem er seit 1773 in Upsala die Kathedralschule und Universität besucht hatte, bestand er 1781 das Examen pro venia concionandi und 1782 das examen oeconomicum. Sodann 1783 nach dem Tode seines Vaters nach Pommern übergesiedelt ward er am 7. September in Greifswald Magister der Philosophie und habilitirte sich 1785 daselbst als Privatdocent für griechische Sprache und Litteratur, wurde 1793 Lehrer der schwedischen Sprache und Mitglied der Gesellschaft deutscher Sprach- und Litteraturforscher und 1794 Mitglied der historischen Gesellschaft zu Upsala. Sein pädagogisches Geschick erwarb ihm 1795 die Auszeichnung Lehrer der Prinzessin Luise Charlotte von Mecklenburg-Schwerin, damals erkorenen Königin von Schweden, zu werden; in demselben Jahre wurde er zum Professor des deutschen Stiles, der Aesthetik, der Latinität und der morgenländischen Sprachen ernannt. Schriftstellerisch entfaltete er eine reiche Thätigkeit und verfaßte eine Menge von Dissertationen und Abhandlungen theologischen, philologischen und litterarhistorischen Inhalts, theils in schwedischer, theils in lateinischer Sprache und hielt auch wiederholt Festreden an den Geburtstagen des Königs. Für die pommersche Specialgeschichte ist seine Schrift über den berühmten Generalsuperintendenten J. Fr. Mayer († 1712): „Schediasma literarium de fama et meritis J. Fr. Mayer“ (1795) von Bedeutung, sowie seine Gedächtnißrede auf den Regierungsrath A. Fr. v. Olthof (1795): oratio in decessum J. Gust. Dubb. Vestrogothi (1798) u. A. Der Ausbruch des französisch-schwedischen Krieges hinderte die Fortsetzung des „Schediasma de poetis svecanis celebrioribus“ und der Dissertationen „de linguae Svecanae aetatibus“, so daß der Verfasser nur bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts kam, er handelt zuletzt von dem Einfluß des dreißigjährigen Krieges auf die schwedische Sprache; von den berühmten schwedischen Dichtern ist der Erzbischof Haguin Spegel der letzte, dessen Schriften angeführt und beurtheilt werden. Außerdem war er von 1785–1790 Mitarbeiter des Schwedisch-Teutschen Wörterbuchs von Möller. Um die Greifswalder Universitätsbibliothek, bei welcher er 1786 als Unterbibliothekar angestellt wurde, erwarb er sich, durch eine früher geübte Thätigkeit bei der Stralsunder Rathsbibliothek vorbereitet, mannigfaltige Verdienste und fertigte u. A. von 1786–1796 die Real-, Nominal- und Repositorienkataloge derselben an. Von der Universität Rostock 1806 zum Doctor der Theologie ernannt, ward er in demselben Jahre als Prediger ordinirt, verwaltete eine kurze Zeit die ihm angetragene Predigerstelle im schwedischen Feldlazareth zu Greifswald und ward 1810 zum Pastor in Patzig auf der Insel Rügen ernannt, wo er bis an sein Lebensende thätig blieb und auch an einem Memorabilienbuch über die Kirche und Gemeinde zu Patzig arbeitete.

Selbstbiographie, schwedisch[WS 2] abgefaßt und mit Randglossen versehen. – Einem von ihm selbst verfaßten Verzeichniß seiner sämmtlichen Schriften dat. Patzig den 16. Mai 1816 ist eine kurz gefaßte Meritenliste angefügt, welche die Hauptdaten seines Lebens enthält. – Kosegarten, Gesch. d. Universität Greifswald I (1857), 304–305.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Gemeint ist: 1761.
  2. Richtig ist: deutsch.