ADB:Wedel, Ernst Heinrich

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Artikel „Wedel, Ernst Heinrich“ von Julius Pagel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 41 (1896), S. 403, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wedel,_Ernst_Heinrich&oldid=- (Version vom 22. September 2019, 13:03 Uhr UTC)
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Wedel: Ernst Heinrich W., Arzt und Professor der Medicin in Jena, wurde als Sohn von Georg Wolfgang W. (s. u.) am 1. August 1671 geboren, studirte unter Leitung seines Vaters die Heilkunde in Jena, erhielt daselbst 1695 die Doctorwürde und einige Zeit später einen Lehrstuhl der Medicin, den er aber etwa nur ein Decennium lang bekleiden konnte, da er bereits am 13. April 1709 starb. Außer einigen kleineren, keine besondere Bedeutung beanspruchenden Dissertationen und akademischen Gelegenheitsreden hat W. noch eine „Physiologia urinae“ (Jena 1703) und eine „Physiologia salivae“ (ebd. 1703) hinterlassen. – Viel bekannter und bedeutender ist sein Vater Georg Wolfgang W., der zu den berühmtesten Universitätslehrern des 17. Jahrhunderts zählt und ein sehr begabter Mann war. Geboren zu Golssen in der Niederlausitz am 12. November 1645 bezog er bereits im Alter von 16½ Jahren die Universität zu Jena, wo er besonders unter Leitung von Schenck und Rolfink dem Studium der Heilkunde sich widmete. Im Begriff nach Vollendung seiner Studien eine größere wissenschaftliche Reise ins Ausland anzutreten, mußte er diese Absicht infolge des plötzlichen Todes seines Vaters aufgeben und blieb daher noch mehrere Jahre zu seiner weiteren Vervollkommnung in Jena; vorübergehend practicirte er auch in Landsberg und Züllichau und nahm 1667 einen Ruf als Stadtphysikus nach Gotha an. Nach 5jähriger Thätigkeit in dieser Stellung erwarb er 1672 die medicinische Doctorwürde in Jena, um dann den ihm hier übertragenen Lehrstuhl der Medicin zu übernehmen, den er mit außerordentlich großem Erfolge bis zu seinem am 6. September 1721 eingetretenen Lebensende bekleidete. Seit 1685 war er fürstlich sächsischer Leibarzt, seit 1694 kaiserlicher Pfalzgraf gewesen. – W. war ein Anhänger der chemiatrischen Lehren des Sylvius[WS 1] und als Schriftsteller ungemein fruchtbar. Doch handelt es sich bei seinen Arbeiten meist um Dissertationen und kleinere akademische Programme und sonstige Gelegenheitsschriften – etwa 375 an der Zahl –, von denen einige allerdings auch heute noch eine gewisse, zum mindesten litterarhistorische Bedeutung besitzen. Von selbständigen größeren Schriften Wedel’s erwähnen wir: „Pharmacia in artis formam redacta“ (Jena 1677); „De medicamentorum facultatibus cognoscendis“ (ebd. 1678); „Physiologia medica“ (1680, 1686, 1688); „Amoenitates materiae medicae“ (1684); „Exercitationum medico-philologicarum decades tres“ (1686); „Pathologia medica dogmatica“ (1692); „Compendium praxeos clinicae“ (1707); „Einleitung zur Alchymie“ (1724). Bis auf die letztgenannte in Breslau veröffentlichte sind sämmtliche der hier citirten Publicationen in Jena erfolgt.

Vgl. Biogr. Lex. VI, 217–218.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Franciscus Sylvius (1614–1672), Professor der Medizin in Leiden.