ADB:Wedel, Mathias

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Wedel, Mathias“ von Theodor Pyl in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 41 (1896), S. 414, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wedel,_Mathias&oldid=- (Version vom 21. August 2019, 16:40 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Wedel, Lupold von
Nächster>>>
Wedemeyer, Adolf
Band 41 (1896), S. 414 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Matthias Wedel in der Wikipedia
GND-Nummer 11586864X
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|41|414|414|Wedel, Mathias|Theodor Pyl|ADB:Wedel, Mathias}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=11586864X}}    

Wedel: Mathias W., Professor der Rechte und vielleicht dem alten ritterschaftlichen Geschlechte dieses Namens angehörig, war aus Lübeck gebürtig und (1455) Archidiakon von Stargard und (1456–64) des nach dem Kloster Stolpe a. d. Peene benannten Gebietes, welches das Land Groswyn oder die Umgegend von Anklam umfaßte. Mit dem Stifter der Universität Greifswald, dem Dr. Heinrich Rubenow, befreundet, betheiligte er sich in Gemeinschaft mit den Aebten der benachbarten Klöster und anderen Geistlichen mit großem Eifer an der Gründung der Greifswalder Hochschule und Domkirche, infolgedessen Rubenow in den von ihm begonnenen Annalen und in der Universitätsmatrikel Wedel’s Namen am Eingang unter den Gönnern und Förderern derselben verzeichnete. Anfangs in der Artistenfacultät thätig, dann aber der Rechtswissenschaft zugewandt, erwarb er auf einer uns nicht bekannten Universität, in jener den Magistergrad, in dieser aber die Würde eines Doctors des canonischen Rechts. Als solcher erhielt er neben Georg Walter (s. S. 25) die zweite juristische Professur, in welcher Stellung er die Vorlesungen über das sechste Buch der Decretalen und die Clementinen zu halten hatte. Als dann der Stettiner Erbfolgestreit ausbrach und der Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg Ansprüche auf das durch den Tod Otto’s III. (1464) erledigte Herzogthum Stettin zu besitzen vorgab, sandten die pommerschen Herzoge Erich II. und Wartislaw X. (1465), W. und den Anwalt Jaroslaw Barnekow zum Kaiser Friedrich III., um das Recht der Nachfolge der Wolgaster Linie im Lande Stettin genealogisch, heraldisch und juristisch nachzuweisen. W. starb jedoch auf dieser Fahrt zum kaiserlichen Hofe (1465), und erst seinen Amtsgenossen G. Walter, H. Schlupwachter und J. Parleberg gelang es, im Vertrag von Prenzlau (1472) die pommerschen Rechte zu wahren; Wedel’s vor dem Kaiser gehaltene Rede ist aber in einem Codex des Greifswalder Rathsarchivs erhalten.

Kosegarten, Gesch. der Univ. I, 95 ff. II, 159, 260. – Aug. Balthasar, vit. iuris consultorum, 1739, S. 5–11. – Barthold, IV, 1, 298 ff., 337, wo er Wedel’s Tod irrthümlich ins Jahr 1470 setzt. – Balt. Stud. XVI, 2, 73–129. – Pyl, Gesch. d. Gr. Kirchen, S. 881, 1068. – Klempin, Dipl. Beitr., S. 425–6. – Friedlaender, Gr. Un.-Matr. II, 429.