ADB:Wehrmann, Theodor

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Artikel „Wehrmann, Theodor“ von Martin Wehrmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 55 (1910), S. 7–8, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wehrmann,_Theodor&oldid=2513187 (Version vom 23. Juli 2018, 07:51 Uhr UTC)
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Wehrmann: Rudolf Theodor W., preußischer Schulmann, geboren am 27. Juli 1819 zu Väthen in der Altmark, † am 28. November 1892 zu Stettin, stammte aus einer Pastorenfamilie. Er erhielt seinen ersten Unterricht von dem Vater, besuchte dann die Stadtschule in Tangermünde, sowie das Domgymnasium in Magdeburg. Nachdem er Michaelis 1837 das Abiturientenexamen gemacht hatte, studirte er in Halle Theologie und Philologie, wandte sich aber dann immer mehr philologischen und philosophischen Studien zu. In Berlin, wohin er Michaelis 1839 ging, schloß er sich besonders an Trendelenburg an, unter dessen Leitung er auch seine Dissertation „Introductio in Platonis de summo bono doctrinam“ verfaßte. Am 21. Juli 1843 wurde er zum Doctor promovirt und bestand bald darauf die Prüfung pro pro facultate docendi. Sein Probejahr legte er am Königl. Friedrich-Wilhelms-Gymnasium in Berlin ab, war dann kurze Zeit in Halberstadt und von 1845–53 am Pädagogium des Klosters Unser Lieben Frau in Magdeburg thätig. Bereits im Alter von 34 Jahren wurde er Rector des Stiftsgymnasiums in Zeitz, verwaltete dies Amt aber nur kurze Zeit, da ihn schon Ostern 1856 der Minister v. Raumer als Provinzialschulrath nach Stettin berief. Bis an sein Lebensende, 36 Jahre lang, ist er als solcher thätig gewesen. In dieser Zeit hat sich die Zahl der höheren Lehranstalten Pommerns verdoppelt, und an den Neugründungen von Gymnasien und Realschulen hat W. stets persönlichen Antheil genommen. Seine umfassende Personal- und Sachkenntniß machte es ihm möglich, die große Last von Arbeiten, die auf ihm, als dem einzigen Schulrath für das höhere Schulwesen, lag, bis ins Alter zu tragen. Voll Begeisterung für das classische Alterthum, das ihm in enger Verbindung mit dem Christenthum als die Grundlage der Gymnasialbildung galt, hat er verstanden, dem pommerschen höheren Schulwesen einen bestimmten [8] Charakter zu geben und durch persönliche Beziehungen zu Directoren und Lehrern in diesem Sinne zu wirken. Auch in Aufsätzen, die u. a. in Schmid’s Encyklopädie des gesammten Erziehungs- und Unterrichtswesens erschienen, oder in Vorträgen, von denen eine Auswahl unter dem Titel „Griechenthum und Christenthum“ 1888 veröffentlicht wurde, gab W. seiner Ueberzeugung Ausdruck. Auf dem Gebiete der inneren Mission war er eifrig thätig und nahm an den Arbeiten der Kirche als Mitglied der Provinzial- und Generalsynoden theil. Die allgemeine Liebe und Verehrung, die W. bei den Lehrern Pommerns genoß, fand ihren Ausdruck bei der Feier seines 25jährigen Schulraths-Jubiläums. Damals erschienen die „Blätter zur Geschichte und Statistik der höheren Schulen in Pommern besonders in den Jahren 1856–1881“, eine Arbeit, die von den Verdiensten Wehrmann’s um das Schulwesen Zeugniß ablegt. Auch bei seinem Tode, der ziemlich plötzlich wenige Tage nach dem Abscheiden seiner Gattin erfolgte, zeigte sich, welche Achtung er in weiten Kreisen genoß.

Lebensbeschreibungen erschienen u. a. im Evangelischen Monatsblatt für deutsche Erziehung (XIII, S. 5–13), in dem Jahresbericht über die Fortschritte der classischen Alterthumswissenschaft (1893), in der Zeitschrift für das Gymnasialwesen (1896, S. 656–662).