ADB:Weppen, Johann August

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Artikel „Weppen, Johann August“ von Max Mendheim in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 41 (1896), S. 742–743, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Weppen,_Johann_August&oldid=- (Version vom 16. Juni 2021, 10:50 Uhr UTC)
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Weppen: Johann August W., Schriftsteller, wurde am 28. Januar 1741 als Sohn des Stadtschulrectors Joh. Georg W. in Northeim geboren. Wenige Jahre später wurde dieser als Prediger nach Katlenburg bei Northeim versetzt, wo August nun den Unterricht des Vaters genoß bis er Ostern 1757 die Northeimische Schule bezog; drei Jahre später ging er dann auf die Universität Göttingen, um sich dem Studium der Rechtswissenschaft zu widmen, mußte sich aber während der Kriegsunruhen, durch die auch seine Eltern in Mitleidenschaft gezogen wurden, oft ziemlich dürftig durchschlagen. Nach Abschluß seiner Studien im Herbst 1763 ging W., da sich die Unterhandlungen wegen Uebernahme einer Hauslehrerstelle plötzlich zerschlugen, zu seinem Vater zurück und widmete sich der Advocatur. Schon 1764 aber wurde er bei dem hannoverschen Amte Brunstein als Auditor angestellt und 1766 zum Actuar daselbst ernannt, vertauschte diese Stellung jedoch noch im Sommer desselben Jahres mit der eines [743] Gerichtshalters in Oldershausen. Während der folgenden Jahre wurde er nun zunächst völlig von seinen Amtsgeschäften in Anspruch genommen, dann aber, als er wieder Muße genug fand, gesellige Freuden zu genießen und sich mit der Litteratur jener Tage zu beschäftigen, griff er auch selbst wieder zur Feder, wie er das in seiner Knabenzeit schon gethan hatte, und versuchte sich in verschiedenen Gattungen der Poesie, so besonders in der Fabel, dem Liede, dem Epigramm, der poetischen Epistel, der Romanze und der komischen Erzählung, ganz in der Art Zachariae’s und Wieland’s. In der Beurtheilung Weppen’s kann man in allem den Worten Menzel’s („Geschichte der deutschen Dichtung“ II, 556) beistimmen: „Er war ein sehr schwacher Nachahmer Wieland’s … Obgleich seine Verse den Wieland’schen ganz ähnlich sehen, fehlt doch überall der Geist … Unter den kleineren Gedichten sind einige erträglich witzig.“ Einzelne davon erschienen zuerst im Göttinger und Hamburger Musenalmanach, im Almanach der deutschen Musen und anderen Sammelwerken, gesammelt unter dem Titel „Gedichte“ (2 Theile 1783) und „Erzählungen, Sinngedichte und Episteln, auch Sittengemählde“ (1796). Von seinen größeren selbständigen Veröffentlichungen sind zu nennen: „Heinrich Lange. Ein historisches Gedicht“ (1778); „Der Liebesbrief, ein komisches Gedicht in 4 Gesängen“ (1778); „Die Kirchenvisitation, ein komisches Gedicht in 12 Gesängen“ (1781); „Das städtische Patronat, ein komisches Gedicht in 6 Gesängen“ (1787); sodann das Lustspiel „Der hessische Officier in Amerika“ (1783) und die Operette „Das Freischießen oder das glückliche Bauermädchen“ (1786), die aber alle nur ganz mittelmäßige Sachen sind, wenn manche auch in einzelnen Kreisen jener Zeit einigen Beifall fanden, – wurden doch mehrere seiner kleinen Lieder sogar von Haydn und Hiller in Musik gesetzt.

Wegen immer zunehmender Kränklichkeit legte W. schließlich im J. 1795 seine Stelle als Justizamtmann zu Oldershausen nieder und lebte nun auf seinem Gute Wickershausen, noch immer in vieler Hinsicht thätig, besonders als gesuchter und beliebter Anwalt. Er stand auch mit vielen angesehenen Göttinger und hannoverschen Gelehrten und Dichtern seiner Zeit in anregendem Verkehr, war Mitglied verschiedener gelehrter Gesellschaften, besonders auch naturforschender wegen seines Sammeleifers in Bezug auf naturwissenschaftliche Gegenstände, Mitarbeiter vieler Zeitschriften und veröffentlichte im J. 1800 noch „Briefe eines Beamten über das Justizwesen auf dem Lande.“ W. war seit 1789 vermählt mit Eleonore verwittwete Müller, geborene Bütemeister († 1804), die ihm 1791 einen Sohn gebar. Er starb, seit zwei Jahren fast ganz des Augenlichtes beraubt, am 18. August 1812 in Wickershausen.

Vaterländisches Archiv. Bd. V (1821), S. 209–252. – Jördens, Lexikon deutscher Dichter, Bd. V. – Meusel, Gelehrtes Teutschland, Bd. VIII.