ADB:Wolf, Johann Andreas

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Artikel „Wolf, Johann Andreas“ von Wilhelm Schmidt (Kunsthistoriker) in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 43 (1898), S. 760–761, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wolf,_Johann_Andreas&oldid=- (Version vom 22. November 2019, 00:14 Uhr UTC)
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Wolf: Johann Andreas W. (Wolff), Maler, geboren am 11. December 1652 zu München, war Schüler seines Vaters Jonas, der ein sehr untergeordneter Maler gewesen sein soll. Den Hauptgrund seiner Bildung legte er nach Lipowsky (bairisches Künstlerlexikon) bei dem vortrefflichen kurfürstlichen Hofbildhauer Balthasar Ableitner, was jedenfalls auf die Genauigkeit seiner Zeichnung sehr einwirkte, und soll dann nach ihm geliehenen Zeichnungen des Rafael von Urbino studirt haben. Johann Heinrich Schönfeld inspirirte ihn anfangs, dann der kräftige Karl Loth, mit dem er jedenfalls mehr Verwandtschaft hat. Wolf’s Reisen gingen nicht weiter als nach Salzburg, Augsburg und Passau, was eigentlich zu bedauern ist, da die Meisterwerke Italiens ein so hervorragendes Talent sicher gefördert hätten. Jedenfalls war er ein ganz vorzüglicher Künstler, dem eben nur das fehlte, was den übrigen Künstlern seines Schlages auch abging, nämlich die Vertiefung in den jedesmaligen Vorwurf. Er war ein Barockmaler, dessen Werke nur in der ganzen kirchlichen Umgebung gewürdigt werden können. Doch charakterisirt ihn immerhin ein gewissenhaftes Studium, auch nach der Natur, das besonders in seinen Zeichnungen zu Tage tritt. In zahlreichen Orten in Baiern (München, Augsburg, Dießen, Passau, Freising, Fürstenfeld, Erding, Andechs, Vilsbiburg, Regensburg, Benediktbeuern, Straubing, Landshut, Berg am Laim, Waldsassen, Kempten, Buxheim), Oesterreich (Salzburg, [761] St. Florian, Kremsmünster, Göttweih, Innsbruck, Linz), ferner in Schussenried und Freiburg im Breisgau sind Altarblätter und andere Gemälde von ihm.

In seinen älteren Jahren bekam er Neigung zur Baukunst; nach seinen Plänen und seiner Leitung wurde die Prämonstratenser-Abtei und -Kirche zu Schäftlarn an der Isar erbaut. Der Künstler starb zu München; sein Grabstein enthielt die Aufschrift: In diesen dreien Begräbnissen ruhen in Gott Herr Jonas Wolf, Bürger und Hofmaler allhier, ist im Herrn entschlafen den 28. August 1680; dessen Hausfrau Maria Helena, geborne Schönin, ist verschieden den 15. October 1691. Dann auch Johann Andre Wolf, in Baiern und Freising Hofmaler etc., dessen Seel Gott befohlen, den 9. April 1716; wie auch dessen liebste Hausfrau Maria Eva Katharina. Requiescant in pace. Wolf’s in Tusche gezeichnetes Selbstbildniß wird im kgl. Kupferstichcabinet zu München bewahrt; danach entstanden die Reproductionen von G. C. Kilian, Barth. Weiß und Max Franck. Es zeigt feine, intelligente, beobachtende Züge.